Dienstag, 31. März 2015

Lesestatistik März 2015

Meine gelesenen Bücher im März:
 
 
gelesene Seiten 
Februar 4,496 
Gesamt 8,992

SUB (Printausgaben)
01.03.2015: 56 
01.04.2015: 51

Montag, 30. März 2015

Lieber Linksverkehr als gar kein Sex - Kristan Higgins

AUTOR Kristan Higgins GENRE Belletristik 
ERSCHEINUNGSJAHR 2015 SPRACHE deutsch 
SEITEN 448 PREIS 9,99 EUR 
MEDIUM eBook VERLAG Mira Taschenbuch Verlag 

Inhalt

Honor Holland sitzt an ihrem 35. Geburtstag mal wieder bei ihrem Gynäkologen Jeremy auf dem Stuhl und erfährt gerade, dass man mit 35 Jahren langsam an Nachwuchs denken sollte. Immerhin nimmt die Qualität der Eier stetig ab. Honor die als Marketingchefin im winzerischen Familienunternehmen tätig ist, reagiert darauf mit einer Kurzschlussreaktion und macht ihrer jahrelangen Affäre einen Heiratsantrag. Blöd nur, dass der sich eine Ehe mit ihr nicht so ganz vorstellen kann. Da kommt der attraktive und kluge Engländer Tom gerade recht. Sein Arbeitsvisum wird nicht verlängert und wie kann man ganz leicht eine Greencard bekommen...genau man heiratet eine Amerikanerin! Tom der gerne weiter in den USA und insbesondere in der Nähe von seinem Stiefsohn Charlie bleiben möchte, nimmt also den "Antrag" von Honor an. Beiden ist wohl nicht klar das auch eine arrangierte Ehe nicht so einfach zu bewerkstelligen ist...?!

Meine Meinung

Dies ist mein erster Roman von Kristan Higgins. Der Name war mir durchaus ein Begriff, aber bisher hatte es kein Buch in meine Hände geschafft. Nach diesem äußerst unterhaltsamen Roman beginne ich mich zu fragen "warum eigentlich nicht?".

Honor Holland ist eine sympathische junge Frau in den besten Jahren. Sie ist für ihre Familie und Freunde der Fels in der Brandung. Auf sie ist verlass und in ihrem Beruf als Marketingchefin geht sie voll auf. Äußerlich scheint es, dass sie damit zufrieden ist. Innerlich jedoch möchte Honor mehr. Sie möchte einen Partner haben und eine Familie gründen. Das ihr Gynäkologe ihr dann sagt, dass es Zeit wird - immerhin ist sie Mitte 30 - ist nicht gerade förderlich für ihren Gemütszustand. 

Ich persönlich konnte Honor sehr gut verstehen. Ich habe selbst vor kurzem die magische 30 geknackt und mache mir ebenfalls über mein Leben und meine Zukunft Gedanken. Ich habe für mein Leben zwar andere Wünsche und Träume als Honor, aber wie sie frage ich mich ob und wie ich zum Ziel komme. Eine Vernunftbeziehung mal so eben mit dem Briten von Nebenan, wäre mir zwar zu krass, aber ich konnte sie schon verstehen. Immerhin sieht er gut aus, ist ihr nicht abgeneigt und stimmt zu es ernsthaft zu versuchen. Das ist mehr als manche "echte" Beziehung zustande bringt. Was auch immer "echt" für jeden bedeuten mag.

Als Leserin dieser Art Literatur war mir natürlich klar, dass nicht alles so laufen wird, wie von Honor erwartet. Tatsächlich konnte mich Higgins zwar nicht überraschen, aber unterhalten wurde ich bestens. Dies ist zum einen dem klaren und witzigen Schreibstil geschuldet. Auf der anderen Seite haben wir wunderbare Charaktere. Da gibt es welche zum lieb haben, hassen, ekelig finden, kuscheln und träumen. Also wirklich für jeden was dabei! 

Die Schauplätze reichen von einem wunderschönen und großen Weingut bis hin zur urigen Bar. Ich konnte mir den Ort, die Menschen und die Atmosphäre sehr gut vorstellen und würde gerne mal in der Winterlandschaft an dem See stehen, den Wind in den Haaren spüren und von dem Einen träumen. Neben den vielen schönen, witzigen und romantischen Szenen, werden aber auch ernste Themen angesprochen. Es geht um Verlust, Vertrauen, Angst, Zweifel - alles Emotionen und Gefühle die auch wir kennen und damit einen Nerv treffen. Kristan Higgins schaffte es mich zu packen, in die Geschichte zu werfen und mit einem Lächeln zu belohnen und dem Gefühl das alles gut werden kann.

Fazit

Auch wenn das Buch keine wirklichen Überraschungen bereit hält, wissen Leser/-innen dieser Art Bücher doch was sie wollen: ein Happy End mit Turbulenzen im Vorfeld. Mir hat das Buch gut gefallen.

Vielen Dank an den Mira Taschenbuch Verlag und BloggDeinBuch für dieses Rezensionsexemplar!

Mittwoch, 25. März 2015

Mein sanfter Zwilling - Nino Haratischwili

AUTOR Nino Haratischwili GENRE Roman
 ERSCHEINUNGSJAHR 2011 SPRACHE deutsch
 SEITEN 385 PREIS 12,99 EUR
 MEDIUM eBook VERLAG FVA
 
Inhalt
 
Stella und Ivo. Ivo und Stella. Zwei Seelen eine Geschichte. Zwei Menschen die nicht mit und nicht ohne einander können. Eine gemeinsame Vergangenheit die das Hier und Jetzt beeinflusst. Ein traumatisierender Vorfall in der Vergangenheit beeinflusst das Leben von Stella und Ivo maßgeblich. Sie wachsen als Geschwister auf, sind jedoch nicht verwandt. Ihre Liebe ist zerstörerisch, egoistisch und doch hoffnungstragend. Es geht um Schuld und Sühne. Um Liebe und den Verrat an dieser.
 
Meine Meinung
 
In diesem Buch lernen wir als erstes Stella kennen. Stella ist mit Mark verheiratet und hat einen sieben Jahre alten Sohn namens Theo. Ihre Geschichte wird anhand von zwei Handlungssträngen erzählt. Sie beginnt in der heutigen Zeit und wird durch Rückblenden aus den 70er Jahren ergänzt. Man kann anhand dieser Erzählweise Stella´s Entwicklung nachvollziehen, ihr Gebaren jedoch nicht immer verstehen. Gerade dieser Umstand macht das Buch in meinen Augen so authentisch. Das Leben ist nicht immer gerade und nicht gleichzusetzen mit dem Leben eines anderen. Vergangenheit, Umgang und Außeneinwirkungen beeinflussen das Leben und den Charakter eines Menschen nachhaltig. Hier ist das besonders gut zu beobachten anhand der „erzwungenen“ Patchwork-Familiensituation.

Stella versucht dem Alltag als Mutter, Ehefrau und Berufstätige gerecht zu werden, wird aber immer wieder von ihrer Vergangenheit mit Ivo eingeholt. Es ist als wäre sie nicht ganz und nicht ganz anwesend. Als wäre sie auf der Suche nach etwas, dass sie schon vor Jahren verloren hat. Dabei ist Nino Haratischwili´s Schreibstil fast schon als poetisch zu beschreiben. Ihre Sprache ist dabei klar und eindringlich. Die Schauplätze des Romans sind abwechselnd realistisch – gerade für mich, da ich in Hamburg lebe – und dann in Georgien wieder so malerisch wie in einem Urlaub in der Ferne beschrieben.

Ivo ist Journalist und weltweit für Recherchen unterwegs. Er kommt und geht scheinbar wie es ihm passt. Erst mit der Zeit konnte ich ihn verstehen lernen und nachvollziehen warum es ihn immer wieder zu Stella zog. Welche Beweggründe er hatte nach sieben Jahren wieder in Stella´s Leben zu platzen und damit alles durcheinander zu bringen.

Ich hatte bei beiden Hauptprotagonisten das Gefühl das sie alleine ohne den Anderen eine Person sind und zu einer anderen werden, wenn der jeweils Andere bei ihnen ist. Dieses Gefühl konnte ich persönlich sehr gut nachempfinden. Das Gefühl nicht vollständig zu sein, Zweifel zu haben. All das Beschreibt die Autorin sehr gut. Das mag jetzt alles trübsinnig und düster klingen, aber so ist das Buch keinesfalls. Es zeigt auch die Hoffnung, die in uns allen schlummert und für die manchmal auf Umwegen gekämpft werden muss.

Fazit

Ein ergreifendes Buch das viele Emotionen lebendig werden lässt und eine ganz besondere Beziehung zweier Menschen beschreibt. Wort- und bildgewaltig erzählt von Nino Haratischwili. 100 %ige Leseempfehlung meinerseits und eine Autorin mehr die ich mir merken werde.
 

Samstag, 21. März 2015

Das Küstengrab - Eric Berg

AUTOR Eric Berg GENRE Krimi
 ERSCHEINUNGSJAHR 2014 SPRACHE deutsch
 SEITEN 416 PREIS 11,99 EUR
 MEDIUM eBook VERLAG Limes Verlag
 
Inhalt
 
Vor vier Monaten hatte Lea einen Unfall auf der Insel Poel. Bei diesem Unfall hat sie nicht nur ihre Schwester verloren sondern leidet zudem unter Amnesie. Sie weiß weder warum sie damals wieder in ihre alte Heimat gefahren ist, noch wieso sie mit ihrer Schwester zusammen unterwegs war. Auch wie es zu dem Unfall kam ist unklar. Daher entschließt sich Lea erneut nach Poel zu reisen und die offenen Fragen an ihre ehemalige Clique - die noch immer auf Poel lebt - zu richten. Anfangs sind ihre Freunde von einst noch sehr offen und hilfsbereit. Doch schnell passieren Dinge die Lea klar machen, dass nicht alles so ist wie es scheint. Auf ihrer Spurensuche kommt Lea der Wahrheit gefährlich nahe und riskiert erneut ihr Leben.
 
Meine Meinung
 
Nachdem mich Eric Berg mit seinem Roman Das Nebelhaus schier begeistert hat, musste ich natürlich auch Das Küstengrab lesen. Auch dieses Buch konnte mich fesseln und begeistern. Warum sollt ihr jetzt erfahren.
 
Der Autor erzählt die Geschichte aus zwei Perspektiven. Da wäre einmal Lea. Wir lernen sie kurz vor ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus kennen. Sie hat den Entschluss gefasst nach Poel zu reisen um ihre offenen Fragen hoffentlich klären zu können. Lea lebt eigentlich in Südamerika und kann sich nicht mehr erinnern warum sie überhaupt die Weite Reise auf sich genommen hatte. Auch ist es ihr ein Rätsel warum sie nach über 20 Jahren wieder Kontakt zu ihrer Schwester Sabina hatte. Wir erleben also eine Frau mit vielen Fragen. Wir können ihre Unsicherheit spüren und nachvollziehen und wollen wie Lea Antworten finden. Auf Poel angekommen, freut man sich das die alte Clique wieder zusammen gefunden hat aber es ist einem als Leser schon vorab klar, dass etwas im Argen lag - schließlich gab es einen merkwürdigen Unfall mit Todesfolge und Amnesie. Einerseits ist das Vertrauen aus Jugendzeiten noch da, andererseits benehmen sich die Freunde von damals zunehmend merkwürdig.
 
In Rückblenden, die vier Monate vor dem Autounfall spielen, erzählt Eric Berg die Geschichte aus der Sicht von Sabina. Der Leser erfährt hier nach und nach warum erst Sabina und später auch Lea nach Poel gekommen sind und wie es zum Unfall kam. Sabina ist im Vergleich zu Lea sehr selbstbewusst was vermutlich auch mit ihrem Beruf zusammen hängt, denn Sabina ist Polizistin.
 
Beide Charaktere haben ihren ganz eigenen Charme. Die Sympathie zu den jeweiligen Personen hat sich im Laufe des Lesens sehr verschoben. Der Autor führt die beiden Handlungsstränge klug zusammen und als Leser beginnt man zu verstehen, was passiert ist. Trotzdem gibt es bis zum Ende des Buches immer wieder kleine Dinge die die Spannung erhalten. Am Ende erfuhr ich etwas über Lea, dass ich so nicht erwartet hatte. Ich blieb überrascht und sprachlos zurück.
 
Eric Berg erzählt klug, schnörkelos und spannend. Seine Sprache ist gerade in Bezug auf den Schauplatz und die Geschehnisse sehr bildhaft. Ich konnte den Wind sprüen und auch das Grauen. 
 
Fazit 
 
Ein Roman den Krimifans und jene die es werden wollen unbedingt lesen sollten! 

Sonntag, 15. März 2015

Das Nebelhaus - Eric Berg

AUTOR Eric Berg GENRE Krimi
 ERSCHEINUNGSJAHR 2013 SPRACHE deutsch
 SEITEN 416 PREIS 8,99 EUR
 MEDIUM eBook VERLAG Limes Verlag
 
Inhalt 

Die Freunde Timo, Yasmin, Philipp und Leonie finden sich nach über zehn Jahren dank dem Internet wieder und treffen sich auf Hiddensee zu ein paar gemeinsamen Tagen. Schnell stellen die ehemaligen Freunde fest, dass sich der ein oder andere von ihnen gar nicht und andere sich stark verändert haben. Auf den Spuren der Freundschaft versuchen die vier Freunde wieder zusammen zu finden. Die Zusammenkunft endet jedoch mit drei Toten, einem Komapatienten und vielen traumatisierten Menschen.

Zwei Jahre nach dem Massaker auf Hiddensee: Die Journalistin Doro Kagel soll einen Artikel zum Hiddensee-Massaker schreiben. Ihr Fokus liegt dabei nicht nur auf dem Täter sondern auch auf den Opfern. Sie möchte die Geschichte neu erzählen und kommt dabei der Wahrheit gefährlich nahe.

Meine Meinung

Das Cover passt meiner Meinung nach richtig, richtig gut zu diesem Buch. Es zeigt ein Haus auf einer Insel, mit Sand und Gras/Schilf. Im Hintergrund sieht man das Meer und kann die Seeluft fast schon schmecken. Großartig!

Eric Berg - auch bekannt als Eric Walz - hat mit Das Nebelhaus seinen ersten Krimiroman veröffentlicht. Dabei erzählt er die Geschicht aber nicht wie so oft in anderen Romanen durch die Polizei, sondern durch die Journalistin Kagel und die Freunde von einst. 
 
Der Roman wird aus zwei Perspektiven und Zeiten geschildert, was das Buch ungemein spannend macht und Tiefgang verleiht. Auf der einen Seite haben wir die überarbeitete Doro Kagel. Sie ist eine erfolgreiche Journalistin aus Berlin und möchte einen seriösen Artikel zur grauenhaften Nacht in Hiddensee schreiben. Dabei recherchiert sie intensiv und sucht nach den Hinterbliebenden/Angehörigen der Freunde. Es ist nur natürlich das jeder dieser Hinterbliebenen seine eigene Meinung zu den Geschehnissen jener Nacht hat. Doro´s Aufgabe ist es nun rauszufinden, was davon wahr ist und was davon nur die jeweilige Meinung der interviewten Person spiegelt. 

Doro Kagel selbst ist ein sympathischer Charakter. Ich mochte sie sehr. Ich konnte verstehen wie sie dachte und handelte. Ich konnte nachfühlen, dass das Thema Hiddensee sie einerseits gepackt hat und andererseits abstoßend war. Wie einen Unfall den man sieht und den Blick nicht davon nehmen kann. Sie ist intelligent und findet Zusammenhänge, die dem Leser schlüssig dargelegt werden, sodass ich dem Verlauf gut folgen konnte. Dies ist natürlich dem flüssigen, spannenden und leichten Schreibstil geschuldet.

Der zweite Zeitstrang spielt zwei Jahre zuvor. Die beiden Schauplätze fügen sich gut zusammen und ergänzen sich perfekt. Der Autor versteht es die Spannung zu erhalten und sogar weiter aufzubauen. Jeder denkt den Mörder zu kennen, bis man erkennt, dass man zu Beginn nicht mal weiß, wer nun die Opfer sind. Oft dachte ich zu wissen wer der Täter ist/war und stellte ein paar Seiten später fest, dass dem nicht so war. Natürlich treffen die beiden Erzählstränge bald aufeinander und dann geht es Schlag auf Schlag und ich konnte teilweise gar nicht fassen, wie eines zu anderen kam.
 
Die Protagonisten der Blutnacht auf Hiddensee sind alle ganz unterschiedlich. Es gibt den erfolgreichen Architekten, das verschlossen wirkende Mauerblümchen, den ruhigen Autoren und die abgedrehte ehemalige Aktivstin. Jeder hat seine Leben, seine Meinung. Es ist nur natürlich, dass da Welten aufeinander prallen und auch der ein oder andere Streit nicht ausbleibt. Gefühle kommen hoch - sowohl alte als auch neue Gefühle. Obwohl man ja eigentlich weiß das es zum Morden kommt, rätselt man immer wieder "wer tut es". Beim lesen wurde mir klar, dass es jeder getan haben könnte. Da man wissen möchte, wie eins zum anderen kam, bleibt man dran und wird nicht enttäuscht.
 
Fazit

Eric Berg hat mich mit diesem Roman begeistert. Er ist gut zu lesen, sturkturiert, spannend und zeigt das theoretisch jeder zu einem Mord fähig ist. Gerade diese realistische Aussage, machte den Roman so beängstigend. Lesen!

Dienstag, 10. März 2015

Glasgesichter - Cordula Hamann

  AUTOR Cordula Hamann GENRE Krimi
 ERSCHEINUNGSJAHR 2014 SPRACHE deutsch
 SEITEN 352 PREIS 9,99 EUR
 MEDIUM eBook VERLAG Mira Taschenbuch
 
Inhalt 
 
Galeristin Andrea Wahrig ist zufrieden mit ihrer Arbeit. Gerade erst konnte sie Maximilian Ross zu einem Vertragsabschluss bringen, sodass seine Bilder schon bald in ihrer Galerie gezeigt werden. Dann plötzlich geht alles schief. Erst erhält sie anonyme Drohungen mit der Bedingung die Ausstellung von Ross´ Bilder abzusagen. Zur selben Zeit teilt ihr auch Ross mit, dass er die Bilder nicht mehr ausstellen möchte. Dann verschwindet auch noch Andreas Mutter spurlos. Wie hängt das alles zusammen? Hat Ross die Drohungen selbst geschickt? Andrea begibt sich auf die Suche und ermittelt auf eigene Faust. Sie ahnt nicht das die Pinsel für das nächste Glasgesicht schon bereit liegen.
 
Meine Meinung
 
Das Cover gefällt mir gut und passt sehr gut zum Roman. Es ist für mich gleichzeitig abstoßend und kunstvoll. Für mich ist es auf eine Art auch unheimlich - insbesondere auch dann wenn man immer mehr in die Geschichte eintaucht.
 
Cordula Hamann hat mich mit diesem Roman und der Geschichte um Andrea Wahrig gefesselt. Kaum hat die Geschichte angefangen, nimmt sie schon volle Fahrt auf. Die Autorin erzählt hier im Prinzip zwei Handlungsstränge von denen zu Beginn unklar ist wie sie sich zusammenfügen lassen. Das hält die Spannung aufrecht und animierte mich weiterzulesen. Dies liegt auch an dem ein oder anderen Charakter der auf der Bildfläche erscheint. Man fragt sich unwillkürlich "Bist du Freund oder Feind?". Der Leser beginnt unweigerlich eine Theorie aufzustellen, die er eventuell schon ein paar Seiten weiter wieder verwerfen kann.
 
Der Schreibstil von Cordula Hamann gefällt mir gut und ist flüssig zu lesen. Sie baute Spannung auf und konnte diese auch aufrecht erhalten. Die Protagonisten sind lebensecht und -nah gezeichnet. Doch gerade Andrea Wahrig ist mir manchmal etwas zu naiv gewesen für ihr Alter. Für Berliner sei noch gesagt das der Krimi in und um Berlin spielt. Ein Heimatroman - wie man so schön sagt - ist er aber nicht. 
 
Ein Minuspunkt erhält das Buchende. Ohne zu viel zu verraten, ging mir das auf einmal zu schnell. Ich hatte das Gefühl "nun muss eine Lösung her". Ein großer Pluspunkt ist meiner Meinung nach das der Roman mal nicht aus der Sicht der Polizei erzählt wurde, sondern aus Sicht des Opfers (Wahrig) und manchmal aus der des Täters.
 
Fazit
 
Ein solider, spannender Krimi der mir einige schöne Lesestunden beschert hat.
 
Vielen Dank an BloggDeinBuch und Mira Taschenbuch für dieses Rezensionsexemplar!

Donnerstag, 5. März 2015

Der Erdseezyklus Bd. 02 Die Gräber von Atuan - Ursula K. Le Guin

AUTOR Ursula K. Le Guin GENRE Fantasy
 ERSCHEINUNGSJAHR 2013 SPRACHE deutsch
 SEITEN 192 PREIS 4,99 EUR
 MEDIUM eBook VERLAG Piper Ebook

Inhalt

Tenar wurde schon sechs Monate nach ihrer Geburt als wiedergeborene Hohepriesterin der Namenlosen Götter auserkoren. Ihre Aufgabe ist es den Göttern zu dienen und über die Gräber von Atuan zu herrschen. In dem riesigen, unterirdischen Labyrinth entdeckt Tenar eines Tages den Zauberer Ged. Er suchte einen berühmten Ring, den er stehlen wollte. Tenar´s Aufgabe wäre es nun diesen Eindringling qualvoll und langsam sterben zu lassen, aber etwas an Ged hält sie davon ab.

Meine Meinung

Dies ist der zweite Teil der Erdseesaga. Wieder entführt Le Guin den Leser in die zauberhafte Welt von Erdsee. Dieses Mal liegt das Augenmerk aber auf Tenar. Als junges Mädchen schon wurde sie den Eltern entrissen und nach Atuan gebracht, wo sie als neue Hohepriesterin von Atuan ausgebildet wird. Spannend auch hier wieder die Entwicklung vom jungen Mädchen das alles glaubt, was von den Priesterinnen erzählt/gelehrt wird, hin zu einer jungen Frau die eigene Gedanken und Gefühle hat und versucht diese zu verstehen. Wie wir auch, versucht Tenar zu verstehen wie ihr Leben bisher war, was davon Wirklichkeit ist und was davon nur Geschichten. Ich fand diese Entwicklung sehr spannend zu verfolgen und konnte Tenar gut verstehen. Ged ist wieder da! Was soll ich zu Ged noch schreiben, außer das ich ihn toll finde und froh bin ihn wieder getroffen zu haben.

Le Guin beschreibt hier einen in meinen Augen dunkleren Schauplatz als noch im ersten Band. Das Labyrinth ist düster, kalt und ein Ort von dem sich Lebende eher fernhalten sollten. Die Atmosphäre ist gespenstisch, was daran liegt das man sich größtenteils nur im Dunkeln dort fortbewegt. Jedes Mal wenn Tenar in den Untergrund geht, muss sie die Türen und Gänge zählen die sie passiert, da sie sich sonst restlos verlaufen würde, was tödlich enden kann. Die eine Hälfte des Buches habe ich mit Ged und Tenar mitgefiebert und in der anderen Hälfte habe ich mich gefragt an was Menschen alles glauben und wie sie arme Kinder da mit hineinziehen können. Mich wunderte da ehrlich gesagt das Tenar nie wirklich rebelliert hat, aber wenn man nichts anderes kennt, ist das wohl so. Tenar überzeugt in ihrer Rolle, hat Sinn für Humor und einen eigentlich scharfen Verstand, der nur gefordert werden muss, was Ged nach und nach sehr gut gelingt.

Fazit

Eine düstere und würdige Fortsetzung dieser Buchreihe. Darf gerne gekauft und gelesen werden!