Mittwoch, 16. März 2011

Effi Briest - Theodor Fontane

Kurzbeschreibung

Die junge Effi Briest auf der Schaukel, "immer Tochter der Luft". Frei, leidenschaftlich, unbeschwert. Sie, "die arme Effi", entschließt sich, ihre Sehnsüchte aufzugeben, ordentlich zu heiraten und ihren Platz in der Gesellschaft einzunehmen. Nur passt sie nirgends so richtig hin. Ihre Phantasie ist allen suspekt, ihre Kompromissfähigkeit jedoch auch bald erschöpft...

Meine Meinung

Oh je, was soll ich zu diesem Buch sagen. Ich fand es einfach nur langweilig. Theodor Fontane hat einen schönen Schreibstil, ist mir persönlich jedoch zu Detailverliebt. Das hätte eher zu einem Reisebericht oder Kochbuch gepasst, aber nicht zu diesem Buch. Zudem ist mir Effi einfach viel zu naiv dargestellt, sodass sie mir recht schnell unsympathisch wurde. Ich habe immer abends versucht ein paar Seiten zu lesen, durch die langweilige Lektüre bin ich jedoch immer schnell eingeschlafen. So habe ich für dieses Büchlein tatsächlich zwei Wochen gebraucht. Mir ist klar, dass hier keine spannende Action zu erwarten ist, es ist immerhin ein Klassiker, aber für meinen Geschmack ist es einfach zu langatmig. Wer detailverliebte Schriftsteller mag, wird hier seine wahre Freude haben, alle anderen: Finger weg!

Kommentare:

  1. Aloha!

    Kaum ein Buch polarisiert die Leserschaft (und vor allem die weibliche) so sehr wie Fontanes Effi Briest.
    Der begeisterte Teil der Leser/Innen liebt es, wie Effi als Spielball der Gesellschaft gezeigt wird, an der sie letztlich scheitert. Wie Du so schön schreibst, hindern sie ihre Leidenschaften, ihre Phantasie und ihre Träume daran, sich dem profanen Alltagsleben in einem kleinen Ort als Honoratiorenfrau anzupassen. Für diese Leserinnen ist Effi ein trauriges Beispiel einer Frau, die einen Ausweg sucht und doch nicht entkommen kann. Das macht das Buch zu recht zu einem Klassiker der Literatur.
    Aber ist das jetzt spannend zu lesen? Gehört die zweite Hälfte der Leserschaft, die wie Du nach spätestens drei Seiten selig schlummert, in den Hintern getreten?
    Nein, sicher nicht. Fontanes Erzähler selbst zeigt sich in seinem Text als Mitglied dieser Gesellschaft. Zwar zeigt er Effis Wesen, ihre Träume, ihre Ängste. Aber weder urteilt er, noch klatscht und tratscht er. So verliert er kaum ein Wort über Effis Affäre. Ich gebe zu, ich hab das beim ersten Lesen (noch zu Schulzeiten) gar nicht kapiert. Auch die Details zu den Folgen dieser Affäre läßt er diskret aus, denn über sowas redet man ja nicht ^^. Und so steht der Leser verwirrt und wundert sich über das Leben der Effi Briest, das aufgrund gesellschaftlicher Umstände verwirkt wurde.
    Just my two cents.

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  2. Ich habe auch mal irgendwo gehört, dass Fontane nach Anzahl der Zeilen bezahlt wurde (oder so ähnlich). Das erklärt jedenfalls seine Detailverliebtheit.
    Ich musste in der Schule die Mathilde Möhring lesen, was ja "noch" langweiliger ist.....
    Der Effi werde ich aber noch eine Chance geben - nachdem mir die Verfilmung mit der großartigen Julia Jentsch doch sehr zugesagt hat...

    lg, Cara

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