Mittwoch, 14. September 2011

Die Teerose - Jennifer Donnelly

Bei YouTube habe ich eine Videorezension zu diesem Buch gesehen und es gedanklich direkt auf meine HabenWill-Liste gepackt. Alleine das Cover finde ich schon wunderschön. Aber nicht nur die Packung stimmt hier sondern auch der Inhalt. Ich kann nur schwer in Worte packen wie toll ich das Buch finde, daher nicht wundern wenn diese Rezi etwas länger ist.

Die Geschichte beginnt im Jahr 1888 in London, in einer Zeit wo nicht klar ist, was heute Abend auf den Tisch kommt. Kurz gesagt das Leben ist hart und die Bürger der Arbeiterklasse müssen versuchen härter zu sein. In dieser Zeit lebt auch Fiona Finnegean. Mit ihren siebzehn Jahren arbeitet sie zwar hart, aber sie vergisst nicht die Schönheit des Seins und genießt die Freundschaft zu Joe, den sie schon aus Kindertagen kennt und mit der Zeit lieben gelernt hat.

Fiona lebt aber auch in einer Zeit in der Frauen der Arbeiterklasse die Kinder hüten, den Haushalt führen und arbeiten gehen. Somit ist es für Fiona, die von vielen liebevoll Fee genannt wird, selbstverständlich das auch sie arbeiten geht und ihren Beitrag leistet, die Familie über Wasser zu halten. Ihre Familie das sind ihre Eltern Rose und Paddy, ihre Bürder Charlie und Seamus und ihre kleine Schwester Eileen. Viele Münder die Hunger haben, angezogen werden müssen und jeder muss mit anpacken. In dieser Familie ist Fiona zu einer starken und ehrgeizigen jungen Frau geworden, die von ihrem eigenem Geschäft träumt mit Joe als Ehe- und Geschäftspartner. Fleißig sparen die beiden soviel Geld sie nur können um diesen gemeinsamen Traum wahr werden zu lassen.

Es ist aber auch eine Zeit des Aufruhrs und der Angst. Es die Zeit von Jack the Ripper, der Prostituierte tötet und die Zeit der neu entstehenden Gewerkschaften. Jack the Ripper verbreitet Angst und Schrecken und die Gewerkschaften bringen die großen Bosse der Firmen zum zittern. Keiner möchte freiwillig mehr Lohn zahlen für weniger Arbeitsstunden. Paddy, Fionas Vater, ist an der Front dabei und wird Gewerkschaftsleiter in seinem Arbeitsgebiet. Fiona die ihren Vater liebt und als Vorbild sieht, ist schon stolz auf ihn, möchte jedoch nicht den Unmut ihres Arbeitgebers auf sich ziehen. Schließlich hat sie einen Traum den sie wahr werden lassen möchte, was mit einem Streik und Lohnausfall nicht möglichh wäre. Paddy gerät währendessen ins Visier der Gewerkschaftsgegner und weiß nicht wieviel Hass und gefährlichen Unmut er auf sich zieht, der für seine Familie und insbesondere für Fiona ein böses Nachspiel haben wird.

Joe lebt wie Fiona in Whitechapel eine vielleicht nicht schöne aber herzliche Gegend. Jeder kennt irgendwie jeden und hilft auch mal aus wenn Not am Mann ist. Joe ist der beste Freund von Fiona und liebt seine Fee über alles. Eine Heirat und der gemeinsame Laden sind daher sein erklärtes Ziel. Er ist froh eine starke und ehrgeizige Frau an seiner Seite zu haben. Er selbst spart von seinem Lohn so viel er kann, dies tut er indem er mit seinem Vater regelmäßig Obst und Gemüse verkauft. Doch Joe weiß, dass in ihm mehr Potenzial steckt und er mehr Profit machen könnte. Dies entgeht auch anderen Leute nicht, sodass Joe ein Angebot einer anderen Firma erhält. Vorteil dabei wäre auf jedenfall der wesentlich höhere Lohn, Nachteil ist allerdings das der Job woanders ist und er sich daher von Fiona verabschieden muss und sie sich nur selten sehen können.

So kommt es, dass Fiona und Joe eine Fernbeziehung führen und sich nur ab und zu an einem Wochenende sehen können. Was beide nicht ahnen: Joe hat den Job nur bekommen, weil eine Frau namens Millie, die zufällig die Tochter von Joes Chef ist, ihn für sich gewinnen möchte. Durch Intrigen, Einmischungen anderer, Missverständnisse und Schweigen wo man lieber hätte reden sollen, führt eins zum anderen. Wohin jedoch, dass musst du schon selbst erlesen.

Der Schreibstil an sich ist zwar sehr einfach und flüssig zu lesen, aber die Beschreibungen der Städte, Menschen und des Lebens an sich sind sehr realistisch. Alles könnte sich einmal genau so zugetragen haben. Was ich besonders schön fand, ist die Tatsache, dass wir die Protagonisten über eine Zeitspanne von mehr als 10 Jahren begleiten. Auf diese Weise wachsen sie einem ans Herz und man kann ganz wunderbar ihre Entwicklungen verfolgen.

Fazit: Ein großartiger Roman, der das London um 1888 zeigt, der aufwühlt, mitfühlen und mitleiden lässt. Lesen!

Kommentare:

  1. Hallo!
    Ich habe das Buch auch gelesen (schon zweimal) und finde es total gut. Diese Geschichte hat mich richtig gefesselt!
    Unbedingt lesen sollte man daher auch den zweiten Teil "Die Winterrose". Der spielt Anfang des 20. Jahrhunderts. Darin geht es um andere, auch sehr spannende Hauptcharaktere, ohne jedoch Fiona und Joe und Seamus aus den Augen zu verlieren.
    Ich warte nun sehnsüchtig auf die deutsche Übersetzung von Teil drei - kommt aber leider erst nächstes Jahr soweit ich weiss...

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  2. Hallo Anne!

    Von der Winterrose habe ich auch schon gehört - leider nicht so gutes. Viele fanden den Teil nicht so gut wie den ersten Teil. Ob ich Die Winterrose auch lese, weiß ich nicht. Vielleicht nächstes Jahr oder so.

    Lg Jana

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  3. Ich habe schon so viel von dem Buch gehört und gelsen aber irgendwie reizt es mich einfach nicht :/

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  4. Ging mir anfangs genauso, als mich dann die Lust auf einen hist. Roman gepackt hat, wurde es dieser :) Und es war eine sehr, sehr gute Entscheidung. Werde wohl auch die Winterrose lesen.

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  5. Hach ja, die Teerose steht schon übelst lange auf meiner WL....irgendwie drängeln sich immer andere Bücher vor...

    liebe Grüße,
    Cara

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  6. Hallo Jana,
    ich hatte es als Hörbuch gehört und war völlig begeistert.
    Nun bin ich auf die winterrose gespannt :O)
    LG Ela

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