Montag, 2. Juli 2012

Das Leben drehen - Nicole Walter

 
 AUTOR Nicole Walter| GENRE Unterhaltungsliteratur, Drama
ERSCHEINUNGSJAHR 2012 | SPRACHE Deutsch
VERLAG Knaur TB| SEITEN 316 | PREIS 8,99 (TB) 
 
Du kannst das Leben nicht drehen. Nicht vor und nicht zurück. Bist du am Ende angelangt, kannst du nichts mehr ungeschehen machen, du kannst nur versuchen abzuschließen.
 
Marlene ist eine erfolgreiche und ehrgeizige Ärztin. Sie versucht alles um ihre Patienten zu retten oder zumindest zu verlängern. Ihren Alltagsstress versucht sie mit ihrem Mann Markus hinter sich zu lassen. So erfolgreich und professionell Marlene in ihrem Job auch ist, privat sieht es ganz anders in ihr aus. Sie ist umgeben von Mauern. Ihr Credo lautet "Wenn du dich anlehnen möchtest, dann nicht an Menschen sondern Wänden". Bis der Tag kommt an dem Amelie in ihrem Arztzimmer sitzt. Stolz, schön, lebensfroh und so anders mit ihrem Hut, dass Marlene sich fragt wer diese Frau ist und was sie möchte. Amelie ist die lebensfrohe Italienerin, die einen kleinen schmucken Hutladen hat und Marlene ihren Mann möchte. Ja, richtig gelesen. Sie ist zu Marlene gekommen mit der Bitte ihren Mann haben zu dürfen, allerdings nicht für lange, da sie bald sterben wird. Marlene zweifelt, denkt an einen üblen Scherz, aber da sind diese Bilder von Amelie und ihrem Mann. Wie kann das sein? Wie konnte sie so betrogen werden ohne etwas zu bemerken? Während Amelie um ihr Leben kämpft, versucht Marlene ihre Beziehung zu retten. Dabei sollte auch Marlene aufpassen, dass sie ihr Leben nicht verliert...vielleicht nicht an den Tod aber an den Alltag, den Mauern, die Angst.
 
Marlene ist ein symphatischer Charakter und als betrogene Ehefrau hält man als Leser irgendwie zu ihr. Amelie wiederum ist sterbenskrank und doch so voll Leben, dass man ihr irgendwie nah sein möchte, etwas vom Kuchen abhaben will. Spannend wird es dann als Marlene die Behandlung von Amelie übernimmt. Die beiden Rivalinnen werden sowas wie Freunde, auch wenn der Schatten namens Markus immer zwischen ihnen steht.
 
Mir hat das Buch so gefallen, weil es diese vielen verschiedenen Charakter gibt. Es gibt die Pflichtbewusste, die Lebensfrohe, die italienische Mama, den Liebhaber, den Papa - eben alles. Somit bietet das Buch ein weites Spannungs- und Emotionssprektrum. Dabei wird es nie Langweilig. Der Tod, das Leben, Beziehung verschiedenster Arten werden behandelt. Das ist einfach schön zu lesen. Man fühlt mit den Protagonisten mit, man leidet, man weint, manchmal möchte man wütend sein und schreien. Dieses Buch behandelt zwar auch ein schwieriges Thema, eine heimtükische Krankheit, aber dabei ist es so lebensbejahend, dass man garnicht anders kann und sagt "Ja, ich möchte Leben, ich möchte alles, alles Schlechte und Gute. Denn ich habe nur ein Leben, ich kann es nicht drehen. Es läuft voran, nie zurück".

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen