Montag, 25. Februar 2013

León und Louise - Alex Capus

AUTOR Alex Capus GENRE Historisch
ERSCHEINUNGSJAHR 2011 SPRACHE deutsch
VERLAG Carl Hanser Verlag SEITEN 320 PREIS 19,90 EUR (gebunden)

Inhalt

Léon und Louise treffen sich zum ersten Mal als sie 17 Jahre alt sind. Sofort verlieben sie sich ineinander. Es ist die Zeit des 1. Weltkrieges - der bisher jedoch spurlos an den Beiden vorbei gegangen ist. Bis zu jenem schicksalhaften Tag an dem Léon und Louise auf dem Rückweg von einem Ausflug durch ein Luftbombardement getrennt werden. Léon glaubt Louise tot. Louise glaubt Léon tot. Beide leben ihr Leben weiter, bis sie erst Jahre später aufeinander treffen. Nur ist Léon jetzt mit Yvonne verheiratet.

Meine Meinung

Der Roman beginnt mit einer schönen Liebesgeschichte. Léon erscheint als sympathischer junger Mann, während Louise eher geheimnisvoll anmutet. Diese Liebe hält trotz Trennungen immerhin ganze 70 Jahre. Das hat mich schon beeindruckt. Viel mehr Beeindruckt hat mich jedoch Yvonne, Léons Ehefrau. Diese erträgt die stille Liebe ihres Mannes zu einer anderen. Kämpft für ihre Familie und ihre Liebe und das nicht nur im Krieg. Auch als Léon und Louise sich Jahre später wieder finden, erduldet Yvonne ihre Treffen. Yvonne ist für mich viel interessanter als Louise. Ich bewundere ihre Stärke, ihren Charakter. Oft habe ich mich gefragt: Würde ich bei ihm bleiben - der Kinder wegen? Würde ich Louise die Hölle heiß machen, weil sie meinen Mann trifft oder würde ich einfach die Beziehung beenden? Ich bin davon überzeugt, dass ich diese Fragen nie beantworten könnte, denn die Zeit im Roman ist mit der heutigen nicht vergleichbar.

Der Schreibstil im Roman ist sehr adjektivlastig. Wenn Léon am Strand ist und Capus die Umgebung beschreibt finde ich das schön und angebracht, aber die Kriegsmaschinerie oder andere weniger schöne Momente hätte ich anders beschrieben. Die Summe der Adjektive war einfach zu viel. Zudem finde ich die Charaktäre alle sehr dünn. Ihre Gedanken- und Gefühlswelt bleibt dem Leser weitesgehend verschlossen. Daher konnte ich mit keinem der Protagonisten so wirklich mitfühlen.

Alles in allem habe ich mich wohl von den Lobgesängen anderer Rezensenten überzeugen lassen, aber mehr als eine nette Nachmittagslektüre ist es leider nicht.

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