Donnerstag, 14. März 2013

Tess - Thomas Hardy

 
AUTOR Thomas Hardy GENRE Klassiker
ERSCHEINUNGSJAHR 2013 SPRACHE deutsch
VERLAG DTV SEITEN 592 PREIS 9,90 EUR (TB)
 
Inhalt
 
Tess ist ein junges Mädchen das in ärmlichen aber glücklichen Verhältnissen aufwächst. Zu Beginn des Buches erscheint sie als fröhliches und lebensfrohes Mädchen. Eines schicksalhaften Tages kommt ihr Vater mal wieder von einer Zechtour nach Hause. Auf seinem Wege begegnet ihm ein Revered der ihm erzählt, dass die Durbeyfields echte Nachfahren der d’Urbervilles sind und sie früher eine wichtige, reiche und bekannte Familie waren. In vergangenen Zeiten wäre dieser ursprüngliche Name aber in Vergessenheit geraten und die Durbeyfields waren geboren worden. Dieser Tag sollte das Leben von Tess nachhaltig verändern. Tess ihre Eltern finden heraus das in nicht allzugroßer Entfernung eine alte Dame zu ihrer Verwandschaft gehört. Tess soll dorthin reisen. Die Familie hofft, dass besagte Dame gut betucht ist und Tess zu einer guten Ehe verhelfen wird. Nach einem kurzen Briefwechsel reist Tess tatsächlich zu der Familie d’Urbervilles - die den Namen jedoch nur übernommen haben, aber keine echten d’Urbervilles sind. Vor Ort trifft Tess nicht auf die alte Verwandte sondern auf Alec, ihren Sohn. Während Tess von Anfang an eine Abneigung gegen Alec hat, fühlt er sich sofort von ihr angezogen. Alec scheint zu bemerken, dass er auf normalem Wege nicht bei Tess landen kann. Hardy lässt hier offen ob Tess vergewaltigt wurde oder ob er sie "überredet" hat. Schlussendlich ist Tess zutiefst verletzt, schwanger und kehrt zurück zu ihrer Familie. Kurz darauf gebiert sie ein Kind, dass jedoch wenige Tage nach der Geburt verstirbt. Tess die nun ein gefallenes Mädchen ist und keine Möglichkeit mehr auf eine gute Partie hat, möchte weg aus ihrer Heimat und irgendwo hin, wo ihre diese Geschichte nicht folgen wird. Tess verlässt ihre Heimat und ihre Familie um in Talbothay als Melkerin zu arbeiten. Dort trifft sie Angel. Beide verlieben sich sofort ineinander und Angel möchte sie heiraten. Tess die jedoch befleckt ist, lehnt seinen Antrag vehement ab. Wie zu erwarten gibt sie jedoch bald nach. Kurz nach der Vermählung gestehen sich die Zwei ihre Sünden vor der Ehe. Und obwohl Angel ebenfalls Sex vor der Ehe hatte, kann er Tess nicht verzeihen und flieht ohne sie nach Brasilien um sich dort ein neues Leben aufzubauen und Tess ggf. nachzuholen. Tess die allein zurückbleibt, erträgt ihr Schicksal als verstoßene Frau erst sehr gut, doch jeder Monat ohne Nachricht von Angel, lässt sie Stück für Stück zusammenbrechen. Bis eine Tages Tess ihren alten Peiniger Alec wiedertrifft und lernen muss, dass die Vergangenheit niemals schläft.
 
Meine Meinung
 
Dieses Buch habe ich bewusst langsam gelesen, denn Hardy hat einen ganz eigenen Schreibstil den man genießen sollte. Thomas Hardy beschreibt England und seine Menschen detailreich. Das Besondere daran ist, dass Hardy nicht einfach einen Menschen mit Adjektiven schildert sondern sie mit Landschaftsbildern zeichnet. Seine Worte gingen mir dabei durch und durch. Es ist einfach unglaublich wie Hardy eine Landschaft beschreibt und dabei den Charakter von Tess, Angel, Alec und anderen Protagonisten vorstellt. Mich hat dieser Stil sehr gefesselt.
 
Die Geschichte um Tess ist tragisch, vorhersehbar und doch zog sie mich in ihren Bann. Tess möchte man abwechselnd wachrütteln oder umarmen, während man Angel ins Herz schließt und Alec so einiges an den Hals wünscht. Mich hat beim lesen eine große Gefühlsbandbreite erfasst, wie nur bei wenigen Büchern vorher. Tess ihre Lebensgeschichte ist so real erzählt, dass man mit ihr liebt und hasst. Alec war für mich ein schmierger Typ und wie Tess konnte ich ihn von Anfang an nicht leiden. Die Charaktäre und ihre Beschreibungen zeichnen das Buch dabei aus.
 
Tess ist in meinen Augen kein Buch für 4-6 Stunden, sondern etwas, dass man in kleinen Happen zu sich nehmen sollte. Man sollte manchmal die Augen schließen und sich versuchen vorzustellen, wie es gewesen wäre Tess zu sein und wie wir damit umgegangen wären in Bezug auf das viktorianische Zeitalter. In meinen Augen ist Tess keine Rächerin, sondern eine geschundene Frau, die sich ihre Seele zu einem harten Preis zurückgekauft hat. Ich sage nicht sie ist frei von Schuld an der Geschichte.

Ein Buch das mitreißt und vielleicht die Meinungen spaltet. Aber so sollte es auch sein. Also wer Klassiker mag, darf hier gerne zuschlagen und lesen.

1 Kommentar:

  1. Das Buch habe ich zwar nicht gelesen, aber den Film (bzw. Mini-Serie) gesehen. Tess wird gespielt von Gemma Arterton - fand sie richtig klasse in der Rolle. Die Geschichte war einfach unglaublich traurig. Was ich aus deiner Rezi herauslese, scheint die Verfilmung recht nah am Buch zu sein. Vielleicht ist die ja was für dich :)

    Gruß,
    Enni

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