Samstag, 7. September 2013

Gefährliche Geliebte - Haruki Murakami

   AUTOR Haruki Murakami GENRE Roman
ERSCHEINUNGSJAHR 2002 SPRACHE deutsch
VERLAG btb Verlag SEITEN 224 PREIS 8,00 EUR (TB)
Inhalt

Wir lernen Hajime kennen. Ein Junge der sich für Bücher und Musik interessiert, keine Freunde hat und mit seinem Vater alleine zusammen lebt. In der Grundschule lernt er Shimamoto kennen. Ein junges Mädchen das ihr Bein nachzieht und daher von anderen Schülern ausgegrenzt wird. Die Beiden werden beste Freunde. Zusammen hören sie alte Platten und lesen für sie interessante Romane. Beide sind sie zudem Einzelkinder, was zu der Zeit in Japan eher eine Ausnahme ist. Im Teenageralter zieht Hajime mit seinem Vater um. Die kindliche (Liebes-)Beziehung zerbricht daran und die Zwei sehen sich nie wieder. Jahre später ist Hajimi mit Yukiko verheiratet und hat zwei Kinder mit ihr. Er hat seine Musikleidenschaft zum Beruf gemacht und besitzt zwei Jazzclubs, die gut laufen. Obwohl Hajime scheinbar alles hat und den glücklichen Ehemann und Vater spielt, ist da immer die Sehnsucht nach Shimamoto. Als diese dann nach Jahren in einer seiner Jazzbars auftaucht, bringt sie damit Hajime´s Leben durcheinander.

Meine Meinung

So simpel und alltäglich der Klappentext auch klingen mag, der Roman hat es in sich. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Hajime. Ein sympathischer Mann, der sein Leben scheinbar im Griff hat und Glücklich ist. Schnell wird jedoch klar das etwas oder jemand fehlt. Shimamoto. Auch wenn die Zwei nie ein Paar waren, kommt er doch nicht von ihr los. Oft denkt er an sie und manchmal meint er sie in der Stadt zu sehen nur um dann festzustellen, dass sie es doch nicht ist. Dieses Gefühl jemanden verloren zu haben und unbewusst immer auf seine Rückkehr zu warten, wird in diesem Roman eindringlich beschrieben. Man hofft einerseits das Hajime Shimamoto nochmal wiedersehen wird, auf der anderen Seite denkt man, wozu das führen sollen, ausser vielleicht zu einer Scheidung, gebrochenen Herzen und Sorgerechtskämpfen. Hajime wurde als sehr realer Mensch mit Gedanken, Gefühlen, Sehnsüchten und Ängsten dargestellt. Das hat mir sehr gut gefallen. Yukiko, seine Frau hat in mir unterschiedliche Gefühle hervorgeholt. Manchmal tat sie mir einfach nur leid, mit einem Mann, der sich nach einer anderen verzehrte. Auf der anderen Seite konnte ich sie nur bewundern für ihren Willen und ihren Mut in dieser Situation. Shimamoto wiederum spaltet mich. Zu Beginn der Geschichte tut sie mir mit der Behinderung leid und ich freute mich als sie und Hajime gute Freunde wurden. Als sie jedoch als Erwachsene wieder auftauche und damit Hajime´s Ehe gefährdete, dachte ich desöfteren, dass sie vielleicht einfach wieder gehen sollte oder besser garnicht erst aufgetaucht wäre. Es gibt also viele Perspektiven von denen man auf die Charaktere und ihre Geschichte schaut.

Fazit: Ein interessanter Roman über das Leben eines Mannes der eigentlich alles hat, aber immer etwas oder jemanden zu vermissen scheint.

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