Sonntag, 8. Juni 2014

Das Puppenzimmer - Maja Ilisch

  AUTOR Maja Ilisch GENRE Fantasy
ERSCHEINUNGSJAHR 2013 SPRACHE deutsch
SEITEN 464 PREIS 4,99 EUR MEDIUM EPUB
VERLAG dotbooks

Inhalt

London im 19. Jahrhundert. Florence wird von Rufus Molyneux und seiner Schwester Violet aus dem Waisenhaus geholt. Zu beginn ist Florence noch glücklich. Sie ist endlich aus dem Waisenhaus raus - obwohl es mit ihren 14 Jahren eher unwahrscheinlich war. Nun lebt sie also in Hollyhock und hat sogar ein Zimmer für sich. Zugehörig fühlt sie sich trotzdem nicht. Sie gehört nicht zu der Dienerschaft, nicht zu den Mägden und schon gar nicht wurde sie als Tochter adoptiert. Wofür also genau ist sie in diesem Haus, dass eine schaurige Aura hat? Florence wird erklärt, dass sie eine Puppensammlung katalogisieren soll. Ausgerechnet Florence, die mit Puppen nichts am Hut hat und diese unheimlich findet, soll nun jeden Tag eine Stunde im Puppenzimmer verbringen um ihrem Job nachzugehen. Schnell stellt sie fest, dass nicht nur mit Hollyhock etwas nicht stimmt, sondern auch mit Rufus, Violet und den Puppen.... 

Meine Meinung

Eigentlich mag ich Cover mit Menschen darauf nicht so gerne aber dieses Cover gefällt mir ausnahmsweise mal. Davon abgesehen, sehe ich es beim lesen ja nicht direkt.

Der Klappentext versprach mir eine spannende Geschichte um das Waisenkind Florence. Als es dann für nur 1,99 EUR (Aktion) zu haben war, habe ich es gekauft und direkt auf meinen Tolino geladen und gelesen. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und sehr gut zu lesen. Schnell war ich mittem im Geschehen. 

Die Geschichte wird aus der Sicht der Hauptprotagonistin erzählt, somit sind ihre Gedanken und Gefühle leicht nachvollziehbar. Florence ist mir sofort sympathisch gewesen. Und wie Florence mag ich Puppen nicht. Ich habe zwar als Kind mit Puppen gespielt, aber in meiner Vorstellung geht es hier um so etwas wie Sammlerpuppen die eher nicht zum spielen hergestellt worden sind. Neben Florence bleiben Rufus und Violet etwas blass. Sie sind einem von Anfang an eher unsympathisch. Obwohl sie Florence aus dem Waisenhaus geholt haben, ist klar, dass sie etwas zu verbergen haben. Wirklich nah kommt man ihnen aber nicht. Auch die Hausangestellten fungieren eher als nette Dekoration um Florence. Andererseits liegt das Augenmerk nunmal auf Florence, die eben nicht zu den Bediensteten gehört und somit nicht viel mit ihnen zu tun hat. Alan wiederum mochte ich sehr gerne. Er konnte mich wirklich noch überraschen. Trotzdem blieb auch er blass und austauschbar. Dann gibt es noch die Magd Lucy. Lucy und Florence wechseln zu beginn vielleicht zwei Sätze und sind dann Freunde? Eher unwahrscheinlich und überzogen. Man kann Sympathie für jemanden empfinden aber doch nicht Freundschaft nach zwei Sätzen. Das ist in meinen Augen einfach überzogen und unglaubwürdig. Wer mir wirklich gefiel und Leben ins Buch brachte war Blanche. Ein junges Ding das mehr Tiefgang hatte als Rufus und Violet zusammen. Die Szenen mit ihr waren mal lustig, mal spannend aber nie langweilig. Sie ist in meinen Augen charakterlich noch komplexer als Florence. 

Neben den Protagonisten macht die Stimmung des Buches viel vom Lesevergnügen aus. Man hat von Anfang an das Gefühl einen Schauerroman zu lesen. Auch das Anwesen mit seinen Beschreibungen verstärkt diesen Eindruck. Dieses Gefühl baut die Autorin langsam weiter aus, sodass man eine gewisse Erwartungshaltung bekommt. Diese wurde für meinen Geschmack leider nicht erfüllt. Bis etwas über die Hälfte ist das Buch toll und lesenswert. Dann werden ein paar Geheimnisse gelüftet und dann auf einmal ist das Buch zuende. Ohne zu spoilern, kann ich nur sagen: Was bitte war das? Absicht weil ein zweiter Teil kommen soll? Oder keine Lust mehr gehabt ein vernünftiges Ende zu schreiben? Natürlich ist dies immer Geschmackssache, aber mein Geschmack war das nicht. Davon abgesehen ein sehr lesenswertes Buch.

Fazit 

Obwohl viele Fragen am Ende offen blieben, spreche ich hier eine Leseempfehlung aus. Ein schauriger Roman mit einer äußerst sympathischen Protagonistin und der ein oder anderen Überraschung.

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