Samstag, 26. Juli 2014

Die Eisbärin - Matthias Gereon

AUTOR Matthias Gereon GENRE Krimi
ERSCHEINUNGSJAHR 2013 SPRACHE deutsch
SEITEN 397 PREIS 5,99 EUR MEDIUM EPUB
VERLAG dotbooks
 
Inhalt
 
Sabine hatte bisher kein leichtes Leben. Erst hat sie früh ihre Eltern verloren und lebte daraufhin bei ihrer Omi, die dann verstarb. Daraufhin kam Sabine in ein Heim und später in ein Internat. Dort wurden sie und ihre Freundin Julia immer wieder von ihrem Lehrer missbraucht. Jahre später ist Sabine glücklich mit Markus verheiratet und hat eine Tochter namens Laura. Die Vergangenheit scheint vergessen. Als ihre Tochter Laura jedoch Opfer eines Exhibitionisten wird und Sabine zudem ihren damaligen Peiniger in einem Supermarkt sieht, wird ihr klar, dass sie und ihre Tochter Laura niemals in Sicherheit sein werden. Somit nimmt Sabine das Schicksal selbst in die Hand und entwickelt sich zu einer Art Racheengel.
 
Meine Meinung
 
Dieses Buch spricht viele verschiedene Themen an. Einmal den Missbrauch an Schutzbefohlenen, das Schweigen im Umfeld des Täters und die Gesetzesänderung in Bezug auf die Sicherungsverwahrung und das Umfeld - sowohl der Opfer als auch der Täter. Auch die Scham über den Missbrauch zu sprechen und die damit fehlende Unterstützung bzw. Verarbeitung sind ein Thema. Wem das alles zu nahe geht - sollte das Buch nicht lesen, denn gerade zu Beginn des Buches wird der Missbrauch an Sabine detailreich beschrieben.
 
Damit kommen wir direkt zum Schreibstil. Dieser ist wie bereits gesagt detailreich und direkt. Da wird nichts geschönt oder gar zensiert. Der Leser bekommt alles mit - vom Missbrauch bis zum Blut das beim Mord spritzt. Die Erzählstränge werden abwechselnd aus der Sicht von Sabine und dem Ermittlerduo Günther Klein und Jennifer Bergmann erzählt.
 
Auf der einen Seite ist da Sabine. Eine liebende Mutter und Ehefrau. Die traumatisierte Frau wird förmlich aus ihrem Leben gerissen, als sie ihrem einstigen Peiniger wieder begegnet. Der Leser erlebt welche Ängste, Gedanken und Emotionen diese Begegnung in ihr weckt und wie sich daraus die Mörderin Sabine entwickelt. Besonders schön fand ich, dass nicht nur Sabine gezeigt wird, sondern auch Markus und die gemeinsame Tochter, die Beide spüren, dass sich Sabine verändert. Besonders Markus ist mit der neuen Sabine überfordert, die plötzlich keine Intimitäten mehr zulässt und verzweifelt daran fast.
 
Auf der anderen Seite ist unser Ermittlerduo. Zwei sehr verschiedene Persönlichkeiten. Ich musste mit den Beiden erst warm werden, was jedoch nicht lange gedauert hat. Das Augenmerk liegt natürlich bei den Ermittlungen aber auch in das Privatleben erhalten wir Einblicke, die uns mit dem Team zusammenschweißen.
 
Matthias Gereon hat diese beiden Geschichten in diesem Roman wunderbar zusammen geführt und großartig erzählt. Ein Debütroman der mich ohne Erwartungen wirklich überzeugt hat.
 
Fazit
 
Ein Krimi mit einem großartigen Schreibstil und einer noch besseren Geschichte. Leseempfehlung? Jaaaa!

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