Samstag, 11. Oktober 2014

Das Seelenhaus - Hannah Kent

AUTOR Hannah Kent GENRE Roman
ERSCHEINUNGSJAHR 2014 SPRACHE deutsch 
SEITEN 384 PREIS 17,99 EUR  
MEDIUM EPUB VERLAG Droemer-Knaur

Inhalt

Island 1828. Agnes Magnúsdóttir soll mit zwei Komplizen zwei Männer brutal ermordert haben. Sie ist zum Tode verurteilt und fristet ihr Dasein in einem Kerker, als entschieden wird sie bis zur Vollstreckung des Urteils auf einem Hof als Magd unterzubringen. Dort begegnet ihr zunächst Hass und Ignoranz. Man redet nur das Nötigste mit ihr und schaut ihr dabei nicht in die Augen. Gerade als sich Agnes ihrem Priester Totí anvertraut und die ersten Kapitel ihrer Geschichte erzählt hat, bleibt dieser aufgrund von Krankheit fern. Agnes vertraut sich also in einer Nacht ihrer Herrin Magarét an und erzählt dabei ihre tragische Geschichte zuende.

Meine Meinung

Zu Beginn fiel mir das Cover des Buches ins Auge. Eine in meinen Augen junge Frau mit roten Haaren und einem Balken über den Augen. Warum das? Sollte man ihr nicht in die Augen sehen? Wenn ja, bleibt die Frage nach dem Warum. 

Hannah Kent erzählt hier eine erschütternde Geschichte, die zudem noch auf wahren Begebenheiten beruht. Ich hatte beim Lesen auch das Gefühl das hier viel Recherchearbeit drin steckt. Das einfache und oftmals schwere Leben dieser Menschen wurde glaubhaft dargestellt. Von Beginn an ahnt der Leser das die Geschichte hier keineswegs so gewesen ist, wie es die Menschen um Agnes einen glauben machen möchten. Insbesondere die "Politiker" waren mir sofort ein Dorn im Auge. Es ist zwar klar das diese an Agnes ein Exempel stattuieren wollen, trotzdem hat man Hoffnung das sich das Blatt wendet. Und das obwohl man das Ende kennt.

Der Schreibstil ist flüssig und gut lesbar. Manchmal kam er mir etwas poetisch vor, was nicht so ganz zur bedrückenden Stimmung passte oder vielleicht genau deshalb eben doch passte. Die Stimmung, die Landschaft, die Protagonisten wurden von der Autorin sehr gut dargestellt und lebhaft beschrieben. Ich konnte mir die Lehmhütten und den rauhen, kalten Winter gut vorstellen. Ich hatte sofort eine Beziehung bzw. Verbindung zu Agnes und wurde mit jeder gelesen Seite begieriger ihre Geschichte zu erfahren.

Fazit

Hannah Kent hat ein für mich bewegendes Buch geschrieben. Eine Mischung aus Geschichtsbuch und Fiktion. Sehr gut gelungen und absolut lesenswert.

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