Montag, 30. Juni 2014

Die Kameliendame - Alexandre Dumas

  AUTOR Alexandre Dumas GENRE Klassiker
ERSCHEINUNGSJAHR 2008 SPRACHE deutsch
SEITEN 272 PREIS 7,90 EUR MEDIUM Printausgabe

Inhalt

Dieses Buch erzählt die Geschichte der luxusverwöhnten Kurtisane Marguerite Gautier und Armand Duval. Die Beiden verlieben sich ineinander. Nur leider haben sie das Schicksal nicht auf ihrer Seite. Neben Armand´s Vater machen auch andere Umstände das Leben des Paares schwer. Eine Geschichte die ein tragisches Ende nahm.

Meine Meinung

Ich lese ab und an ja gerne klassiche Literatur. Meiner Meinung nach ist es wichtig, hier im Hinterkopf immer daran zu denken, wann diese Romane geschrieben bzw. veröffentlicht worden sind und welche Bedeutung das damals gehabt haben mag. 

Auf den ersten Blick scheint dieses Buch nicht so zu sein wie man es vielleicht erwartet. Eine Prostituierte und ein Mann verlieben sich. Natürlich ist der Vater des Mannes damit nicht einverstanden, da er die Familienehre beschmutzt sieht. Auch die Gesellschaft steht der Beziehung skeptisch gegenüber. Eine Hure ist zum Spaß da nicht zum lieben. Der Gesellschaft zum Trotz gibt Marguerite ihre Arbeit und ihr damit verbundenes Vermögen auf um mit Armand aufs Land zu ziehen und dort gemeinsam zu leben. Bis dahin ist es die versprochene Liebesgeschichte. Danach ist es nur noch Drama bzw. Tragödie. Hier war für mich der Punkt erreicht, an dem es mir zu bunt wurde.

Die Geschichte ist trotz der für mich ungewöhnlichen Erzählweise gut lesbar. Vieles aber überzeugte mich nicht. Obwohl es hier um eine tragische Liebe geht, deren Ausgang von anfang an klar war, konnte mich Dumas nicht überzeugen. Die Charaktere sind mir unsympathisch bis nervig erschienen. Zudem ist es einfach zu vorhersehbar gewesen. Das man bei Gautier und Duval überhaupt von Liebe spricht ist in meinen Augen grenzwertig. Immer wieder weint sich Duval zwar die Augen aus, aber oft geht es ihm nur um Besitztum. Mag sein, dass dies zu der Zeit eine Art Liebe war - und heute vielleicht auch noch ist - aber meine Vorstellung von Liebesroman ist es nicht. Unter dem Aspekt einer Tragödie hätte der Roman aber nicht besser sein können. Alles was hier schief gehen konnte, geht auch schief. Nichts läuft für das Paar so wie man es erhofft hatte. Dann kommen noch Charaktere auf den Schirm, die dem Pärchen übel mitspielen, sodass das eins zum anderen kommt und das Drama seinen Lauf nimmt.

Warum man das Buch trotzdem lesen sollte? Gute Frage. Wer ein faible für Klassiker hat - wie ich - wird das Buch trotzdem lesen oder gar verschlingen wie ich es getan habe. Wer hier aber wirklich einen fesselnden Liebesroman erwartet, wird enttäuscht werden. Wer widerum eine Darstellung der Gesellschaft und Beziehungen zur damaligen Zeit sucht, darf gerne zugreifen.

Fazit

Ein Roman der gemischte Gefühle weckt, aber trotzdem seinen Charme hat. Auch wenn es nicht mein Lieblingsbuch wird, habe ich es gerne gelesen.

Mittwoch, 25. Juni 2014

Wir Beide, irgendwann - Jay Asher & Carolyn Mackler

  AUTOR John Green & Carolyn Mackler GENRE Kinder- und Jugendliteratur
ERSCHEINUNGSJAHR 2012 SPRACHE deutsch
SEITEN 400 PREIS 8,99 EUR MEDIUM EPUB

Inhalt

Emma ist sechzehn Jahre alt und lebt im Jahr 1996. Sie hat gerade ihren ersten Computer von ihrem Dad geschenkt bekommen und loggt sich mit der Hilfe ihres besten Freundes ins Internet ein, als sie auf einer Website namens Facebook landet und dort ihr Profil sieht - allerdings fünfzehn Jahre in der Zukunft. Während Emma feststellen muss, dass ihr Leben in der Zukunft nicht so perfekt verläuft, ist Josh mit seinem Leben im Jahr 2011 zufrieden. Im Gegensatz zu Emma ist er glücklich verheiratet, arbeitet in seinem Traumberuf und hat drei bezaubernde Kinder. Klar, dass Emma das auch will. Aus diesem Grund beschließt Emma im Hier und Jetzt Änderungen vorzunehmen, die auch ihr Leben in der Zukunft beeinflussen. Leider läuft das nicht unbedingt wie gewollt und hat durchaus negative Folgen für alle Beteiligten. 

Meine Meinung

Obwohl ich diesen Roman an einem Tag verschlungen habe, ist meine Meinung dazu geteilt. Kommen wir erstmal zum Positiven. Die Idee ist klasse. Die Vorstellung mich in das Internet einzuloggen und dann meinen Facebookaccount aus der Zukunft zu sehen ist toll. Ich wäre wie Emma und Josh genauso neugierig und würde in Ruhe die Profile durchstöbern. 

Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht von Emma und Josh erzählt. Dies lässt den Leser nahe bei den Protagonisten sein. Ihre Gedanken, Gefühle und Beweggründe werden immer dargelegt - auch wenn ich diese manchmal nicht nachvollziehen konnte. Emma war mir anfangs noch symphatisch, dies änderte sich jedoch schlagartig. Sie entwickelte sich in dem Buch zu einem Mädchen das nur noch Jungs und Facebook im Kopf hatte. Es ging nur darum welcher Junge süß ist oder welcher Junge später ihr Mann ist und wie dies verhindert oder verbessert werden könnte. Ihre Fixiertheit auf einen Beziehungsstatus in der Zukunft nervte nur noch, zu mal sie dadurch den Blick für die Gegenwart verloren hatte. Josh wiederum mochte ich sehr. Ich konnte mit dem unglücklich verliebten Jungen mitfühlen, aber nicht verstehen wie er solange an Emma festhalten konnte. Andererseits ist die Liebe nunmal so - man kann es sich nicht aussuchen.

Der Schreibstil des Autorenduos ist gut lesbar und flüssig, es baute sich nur leider keine Spannung auf, kein Kribbeln in der Magengegend. Der Funke sprang irgendwie nicht über. So dümpelte der Roman vor sich hin und lief auf eine Ende zu was mich nicht unterwartet traf, somit auch hier keine Überraschung.

Fazit 

Ein Buch mit einer wirklich guten und aktuellen Idee, dass mich aber nicht überzeugen konnte. Die Botschaft im Hier und Jetzt zu leben und sich nicht ständig von Zukunftssorgen plagen zu lassen, ist angekommen aber ich habe mehr erwartet. Leichte Kost für zwischendrin. Kann man lesen, muss man aber nicht. 

Freitag, 20. Juni 2014

Liebling kommst du? - Gaby Hauptmann

AUTOR Gaby Hauptmann GENRE Roman
ERSCHEINUNGSJAHR 2014 SPRACHE deutsch
VERLAG Piper Verlag SEITEN 228 PREIS 9,99 EUR (TB)

Inhalt

Nele genießt ihr Leben. Ihr Mann ist erfolgreich bei einer Bank und ihr Sohn studiert und wohnt nicht mehr im Elternhaus. Nele selbst arbeitet bei der VHS als Deutschlehrerin für Imigranten. Nebenbei führt sie den Haushalt für sich und ihren Mann. Dann kommt der Tag an dem ihr Mann von der Bank freigestellt wird - auf deutsch: vorzeitiger Ruhestand. Neles schöne Routine ist damit auf den Kopf gestellt. Nun ist ihr Mann jeden Tag da, was die Harmonie sehr stört. Als ihr Mann dann als Ausgleich für seine Langeweile eine Harley kauft und dadurch öfters außer Haus ist, ist Nele nicht traurig. Allerdings ahnt sie nicht, welche Probleme die Harley anschleppt.

Meine Meinung

Ich oute mich hier mal als Gaby Hauptmann Leserin und das schon seit über zehn Jahren. Ich habe alle Romane gelesen, aber nicht alle sind gut. Dieser gefiel mir aber richtig gut. Ich muss dazu sagen, dass man ein Faible für diese Art Literatur haben sollte, sonst lieber Finger weg!

Der Klappentext sprach mich persönlich sofort an. Denn in meinem Umfeld steht genau dieses Thema zur Debatte: Mann geht in Rente und Frau sieht dieser Zeit mit Grauen entgegen. Na gut, ganz so schlimm ist es nicht, aber eine Umstellung allemal.

Ich kann Nele sehr gut verstehen. Sie hat ihre tägliche Routine, ihre Abläufe und Rituale. Diese werden nun da ihr Mann täglich Zuhause ist, durcheinander gewirbelt. Da bleibt es nicht aus, dass man aneinander gerät. Man muss erstmal mit der neuen Situation warm werden und den neuen gemeinsamen Alltag erlernen. Dies hat Frau Hauptmann mit ihrem typischen Humor - den ich sehr mag - dargestellt. Oh wie gerne, hätte ich Neles Mann Björn manchmal erwürgt oder gezwungen wieder zu arbeiten. Nele selbst ist eine sympathische Frau, wenn auch manchmal sehr naiv für ihr Alter. Ab und an ging mir ihre Ignoranz gewissen Themen gegenüber, echt auf den Keks. Beziehungsweise fand ich das unglaubwürdig. Björn dagegen schießt in dem Buch echt den Vogel ab. Er kommt oft egoistisch rüber und gewinnt damit beim Leser keinen Blumentopf. Ich konnte ihn zwar verstehen - die Unsicherheit nun ohne Job und das Loch in das er deshalb fällt - aber oft wollte ich ihm die Meinung geigen. Mich wunderte daher wie Nele und Björt zwanzig Jahre Eheleben überlebt haben - wahrscheinlich weil Björn viel gearbeitet (oder was er darunter versteht) hat und Nele vieles übersehen hat.

Gaby Hauptmann ihr Schreibstil ist so wie ich ihn kenne und liebe. Kurzweilig, schnell lesbar, amüsant. Ein frecher Frauenroman eben - also nicht so ernst nehmen. 

Fazit 

Ein Roman der gemischte Gefühle in mir weckte und mich trotzdem überzeugte. Warum? Weil die Autorin ein für mich aktuelles Thema aufgegriffen und amüsant umgesetzt hat. Anders als erwartet aber nicht weniger unterhaltsam.

Mittwoch, 18. Juni 2014

Schattenhauch: Ruinen der Dämmerung - Tanja Bern

  AUTOR Tanja Bern GENRE Kinder- & Jugendliteratur
ERSCHEINUNGSJAHR 2014 SPRACHE deutsch
SEITEN 261 PREIS 3,99 EUR MEDIUM EPUB

Inhalt

Vor dreißig Jahres gab es eine Chemiekatastrophe. Viele Menschen sind gestorben. Einige von ihnen haben sich in einem Dorf versammelt umgeben von einem Festungswall. Ohne Fabriken und Maschinen leben sie mit der Natur im Einklang. Doch jeder weiß das der Wall nicht nur zu Dekoration erbaut worden ist. Denn draußen in den Wäldern lauern die Schatten...

Meine Meinung

Da ich ein Faible für diese Art der Literatur habe, kaufte ich mir dieses Buch und wurde nicht enttäuscht. Das Buch gibt es bisher nur als eBook zu einem wirklich guten Preis. Das Cover gefällt mir richtig gut. Eine junge Frau umgeben von Natur, greift das Thema sehr gut auf.
Der Roman wird in der dritten Person erzählt. Eigentlich mag ich diese Erzählweise nicht so gerne, aber hier wurde darauf Wert gelegt trotz der Erzählweise auf die verschiedenen Blickwinkel Rücksicht zu nehmen.

Zu Beginn des Buches liegt das Augenmerk auf dem Dorf in dem Amelie und Derlyn leben. Amelie ist eine junges, intelligentes und mutiges Mädchen, die im Dorf mit jedem auskommt. Sie geht zur Schule, erledigt danach ihre Aufgaben und versucht sich als Heilerin. Derlyn wiederum ist ein Findelkind, das im Dorf eher als Außenseiter lebt. Aufgrund seines Aussehens und seines Verhaltens grenzt er sich aus und hält sich abseits. Daran sind die Neckerein der anderen Jugendlichen nicht ganz unschuldig. Er wirkt erwachsener als die anderen Jungen und auch ruhiger, nachdenklicher. Dem Leser ist von Anfang an klar, dass Derlyn und Amelie irgendwie in einer Liebesgeschichte landen werden - was auch der Fall ist. Allerdings passiert dies nebenbei und beherrscht die Geschichte nicht. Zudem fand ich es schön zur Abwechslung mal zu sehen, wie sich die Liebe bzw. Beziehung der Beiden langsam entwickelt. Dies hat für mich mehr Glaubwürdigkeit.

Die Autorin zeichnet eine Welt die von der Natur zurückerobert wurde bzw. wird. Ich konnte mir das Dorf, die Natur, die Menschen in Gedanken sehr gut vorstellen. Riesige Bäume und Tiere die vielleicht vom Aussterben bedroht waren, sind wieder da. Man hat hier schon gemerkt, dass die Autorin genau diese Gedankengänge erreichen wollte - zumindest kommt es mir so vor. Da hier der moralische Zeigefinger aber nicht übertrieben dargestellt wird, kann man das Buch trotzdem getrost verschlingen und genießen. Ohne zuviel verraten zu wollen, haben mir natürlich auch die anderen Charaktere gut gefallen - insbesondere die Shivaja´s. Besonders spannend fand ich dabei die verschiedenen Verknüpfungen von Menschen und ihren Schicksalen. 

Fazit

Ein Roman für den Leser ab 14 Jahren gedacht, den man getrost auch als Erwachsener lesen kann. Eine Geschichte mit Charakteren die mich gefesselt und begeistert hat. Leseempfehlung? Na aber klar!

Montag, 16. Juni 2014

Frühstück in Amsterdam - Marcus Luft

  AUTOR Marcus Luft GENRE Belletristik
ERSCHEINUNGSJAHR 2014 SPRACHE deutsch
SEITEN 374 PREIS 5,99 EUR MEDIUM EPUB
VERLAG dotbooks

Inhalt
 
Oliver ist erfolgreich in einem Unternehmen, dass sich auf Brot spezialisiert hat. Vor kurzem ging sein Brot "Landbrot Thüringen" in den Verkauf. Oliver legt sich schon Argumente für eine Beförderung zurecht, als er plötzlich ohne Job dasteht: gekündigt! Statt deprimiert Zuhause im Selbstmitleid zu baden, entschließt er sich nach Dubai zu fliegen. Als er seinen Flug verpasst, nimmt er einfach den nächsten Flieger - egal wohin. Er landet in Amsterdam und ist plötzlich wie verwandelt. Klar das daran eine Frau mit Schuld hat.
 
Meine Meinung
 
Wie immer ist das Cover Geschmackssache. Mein Geschmack ist es nicht. Mir hätte ein Bild von Amsterdam besser gefallen. Aber da es hier um den Inhalt gehen soll, das nur am Rande.

Der Roman wird aus der Sicht von Oliver erzählt. Ein sympathischer Kerl der als attraktiv und zielstrebig bezeichnet wird, aber auch ein kleiner - naja eher großer - Kontrollfreak ist. Oliver ist auf seinen Job fixiert und hat nebenbei nur zwei Hobbies, die er mehr oder weniger verfolgt: Abrufgeliebte und Sport. Für eine Frau und Freunde hat er eh keine Zeit. Daher geht es ihm nach der Kündigung eher nicht so gut. Er hat keine Freunde die ihn auffangen können. Lediglich seine Mutti Annemarie ist ihm nahe. Aufgrund des Erzählstils lernen wir Oliver sehr gut kennen. Seine Gedanken und Emotionen sind dem Leser offen dargelegt. Trotzdem vermag Oliver zu überraschen. Ich hätte zum Beispiel nicht gedacht, dass sich ein Kontrollfreak in jemanden wie Muk vergucken könnte. Andererseits beweist es nur, dass Menschen sich ändern können. Muk ist verspielt, verrückt, aufgeschlossen - eigentlich fast alles, was Oliver nicht ist. Somit ziehen sich Gegensätze hier eindeutig an. Auch die anderen Charaktere (Joan; die Yoga-Frauen; Tooske und Cees; Ron etc.) sind alle liebevoll gezeichnet und verliehen dem Buch seine Lebendigkeit und Facetten. Ebenfalls verzaubert haben mich die Beschreibungen von Amsterdam. Ich wäre am liebsten in das Buch eingetaucht um zu sehen, was Oliver und die anderen sehen/erleben.
 
Fazit
 
Ich bin dann mal im Flieger nach Amsterdam! Kleiner Scherz - wobei das Buch mein Fernweh in das Land der Grachten geweckt hat. Absolute Leseempfehlung! Ein herrlicher Roman, der einem ein Gefühl von Weite, Freiheit und Urlaub vermittet, dabei aber Tiefgang beweist.

Sonntag, 15. Juni 2014

Plampi sieht rot - Mirjam H. Hüberli

 AUTOR Mirjam H. Hüberli GENRE Kinder- & Jugendliteratur
ERSCHEINUNGSJAHR 2014 SPRACHE deutsch
SEITEN 124 PREIS 9,95 EUR MEDIUM Printausgabe
Inhalt

Plampi ist zurück und er sieht rot. Warum? Weil seine (!) Blacky mit dem Nachbarshund Botsch in die Stadt gegangen ist. Plampi wurde nicht mal gefragt ob er mit möchte! Unerhört ist das. Klar das Plampi dagegen etwas unternehmen muss....

Meine Meinung

Als ich erfahren habe, dass es einen zweiten Plampi-Band geben soll, war ich hellauf begeistert. Plampi ist mit seiner offenen und tollpatschigen Art einfach herzig. Ich konnte gar nicht anders als ihn ins Herz schließen. Die Zeichnungen von Frau Hüberli steuern dazu natürlich ihren Anteil bei und sind schön zu betrachten und werten die Geschichte auf - nicht das sie das nötig hätte. Plampi und seine Weggefährten muss man einfach gern haben. Das Buch hat Humor und Charme und entführt in ein kurzweiliges Abenteuer.

Fazit

Eine Geschichte die bezaubert und mitreißt. Wunderschön geschrieben für Groß und Klein. Plampi eignet sich bestimmt auch sehr gut zum vorlesen.

Sonntag, 8. Juni 2014

Das Puppenzimmer - Maja Ilisch

  AUTOR Maja Ilisch GENRE Fantasy
ERSCHEINUNGSJAHR 2013 SPRACHE deutsch
SEITEN 464 PREIS 4,99 EUR MEDIUM EPUB
VERLAG dotbooks

Inhalt

London im 19. Jahrhundert. Florence wird von Rufus Molyneux und seiner Schwester Violet aus dem Waisenhaus geholt. Zu beginn ist Florence noch glücklich. Sie ist endlich aus dem Waisenhaus raus - obwohl es mit ihren 14 Jahren eher unwahrscheinlich war. Nun lebt sie also in Hollyhock und hat sogar ein Zimmer für sich. Zugehörig fühlt sie sich trotzdem nicht. Sie gehört nicht zu der Dienerschaft, nicht zu den Mägden und schon gar nicht wurde sie als Tochter adoptiert. Wofür also genau ist sie in diesem Haus, dass eine schaurige Aura hat? Florence wird erklärt, dass sie eine Puppensammlung katalogisieren soll. Ausgerechnet Florence, die mit Puppen nichts am Hut hat und diese unheimlich findet, soll nun jeden Tag eine Stunde im Puppenzimmer verbringen um ihrem Job nachzugehen. Schnell stellt sie fest, dass nicht nur mit Hollyhock etwas nicht stimmt, sondern auch mit Rufus, Violet und den Puppen.... 

Meine Meinung

Eigentlich mag ich Cover mit Menschen darauf nicht so gerne aber dieses Cover gefällt mir ausnahmsweise mal. Davon abgesehen, sehe ich es beim lesen ja nicht direkt.

Der Klappentext versprach mir eine spannende Geschichte um das Waisenkind Florence. Als es dann für nur 1,99 EUR (Aktion) zu haben war, habe ich es gekauft und direkt auf meinen Tolino geladen und gelesen. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und sehr gut zu lesen. Schnell war ich mittem im Geschehen. 

Die Geschichte wird aus der Sicht der Hauptprotagonistin erzählt, somit sind ihre Gedanken und Gefühle leicht nachvollziehbar. Florence ist mir sofort sympathisch gewesen. Und wie Florence mag ich Puppen nicht. Ich habe zwar als Kind mit Puppen gespielt, aber in meiner Vorstellung geht es hier um so etwas wie Sammlerpuppen die eher nicht zum spielen hergestellt worden sind. Neben Florence bleiben Rufus und Violet etwas blass. Sie sind einem von Anfang an eher unsympathisch. Obwohl sie Florence aus dem Waisenhaus geholt haben, ist klar, dass sie etwas zu verbergen haben. Wirklich nah kommt man ihnen aber nicht. Auch die Hausangestellten fungieren eher als nette Dekoration um Florence. Andererseits liegt das Augenmerk nunmal auf Florence, die eben nicht zu den Bediensteten gehört und somit nicht viel mit ihnen zu tun hat. Alan wiederum mochte ich sehr gerne. Er konnte mich wirklich noch überraschen. Trotzdem blieb auch er blass und austauschbar. Dann gibt es noch die Magd Lucy. Lucy und Florence wechseln zu beginn vielleicht zwei Sätze und sind dann Freunde? Eher unwahrscheinlich und überzogen. Man kann Sympathie für jemanden empfinden aber doch nicht Freundschaft nach zwei Sätzen. Das ist in meinen Augen einfach überzogen und unglaubwürdig. Wer mir wirklich gefiel und Leben ins Buch brachte war Blanche. Ein junges Ding das mehr Tiefgang hatte als Rufus und Violet zusammen. Die Szenen mit ihr waren mal lustig, mal spannend aber nie langweilig. Sie ist in meinen Augen charakterlich noch komplexer als Florence. 

Neben den Protagonisten macht die Stimmung des Buches viel vom Lesevergnügen aus. Man hat von Anfang an das Gefühl einen Schauerroman zu lesen. Auch das Anwesen mit seinen Beschreibungen verstärkt diesen Eindruck. Dieses Gefühl baut die Autorin langsam weiter aus, sodass man eine gewisse Erwartungshaltung bekommt. Diese wurde für meinen Geschmack leider nicht erfüllt. Bis etwas über die Hälfte ist das Buch toll und lesenswert. Dann werden ein paar Geheimnisse gelüftet und dann auf einmal ist das Buch zuende. Ohne zu spoilern, kann ich nur sagen: Was bitte war das? Absicht weil ein zweiter Teil kommen soll? Oder keine Lust mehr gehabt ein vernünftiges Ende zu schreiben? Natürlich ist dies immer Geschmackssache, aber mein Geschmack war das nicht. Davon abgesehen ein sehr lesenswertes Buch.

Fazit 

Obwohl viele Fragen am Ende offen blieben, spreche ich hier eine Leseempfehlung aus. Ein schauriger Roman mit einer äußerst sympathischen Protagonistin und der ein oder anderen Überraschung.

Samstag, 7. Juni 2014

176 eBooks später.... [Erfahrungsbericht]

Im Oktober 2013 hatte ich mir meinen jetzigen eReader gekauft. Einen Tolino Shine für 99 EUR. Wie bereits in meinem Bericht vom 19.10.2013 geschrieben, bin ich mit diesenm eReader zufrieden - auch heute noch. Mein Tolino hat sich zu einem täglichen Begleiter entwickelt und wurde im Laufe der Monate mit 176 eBooks - nein ich habe noch nicht alle gelesen - gefüttert. Wozu nun dieser Bericht werdet ihr euch vielleicht fragen. Einfach aus dem Grunde das ich mir ein paar Gedanken gemacht.

1. Amazon Fail bei (potenziellen) Kunden wie mir
Viele wissen mit Sicherheit schon, dass Kindlenutzer an das Amazon-Ökosystem gebunden sind. Tolino-Nutzer (Kobo, Sony etc. ebenfalls) haben den Vorteil, dass sie ihre eBooks da kaufen können, wo sie es gerne tun möchten. Auch viele Bibliotheken (eMedien) kann man mit dem Tolino nutzen. Er hat also ein offenes System und der Kindle eben nicht. Oft dachte ich mir, dass Amazon bestimmt mehr Kinde- bzw. eBook-Kunden hätte, wenn ihr System offen wäre. Bei mir wäre das auf jedenfall der Fall gewesen. Wenn ich mit dem Kindle nicht an Amazon gebunden gewesen wäre, hätte ich ihn damals auf jedenfall behalten. Ging nicht - also Tolino gekauft. Ich habe meinen Tolino bei Thalia gekauft und kaufe seither auch ca. 90 % meiner eBooks auf Thalia.de. Nicht weil ich das MUSS sondern weil ich es möchte. Hätte ich mit dem Kindle die Möglichkeit der Onleihe, würde ich den Kindle nutzen und meine eBooks wohl ebenfalls vorzugsweise dort kaufen. Warum? Weil ich es KANN aber nicht muss. Zudem kosten eBooks bei Amazon meist genauso viel wie bei Thalia oder Weltbild.

Fazit: Amazon hat sich mit dem Ökosystem Kunden verprellt, die vielleicht eigentlich gerne welche gewesen wären.

Frage: Hatte ihr solche oder vielleicht ähnliche Gedanken auch? Habt ihr beim eReaderkauf vielleicht auch zw. Kindle und XY (Kobo, Sony, Tolino) abgewägt?

2. TolinoVision (2G des Tolino)
Mit dem TolinoVision hat die Telekom samt Partner die zweite Generation des Tolino auf dem Markt geworfen. Ich habe ihn auch schon im Laden in der Hand gehabt und muss sagen: Er gefällt mir besser als der TolinoShine. Die Unterschiede wiederum sind eigentlich zu gering als das sie den Kauf des neuen TolinoVision rechtfertigen würden. Zwei Punkte allerdings finde ich besonders schön. Erstens ist der Bildschirm jetzt wie bei Tablets eben. Bei meinem TolinoShine sammelt sich gerade da gerne mal ein Staubkrümelchen, was mich schon nervt. Zweitens wurde unten diese Buchse (Deckel über dem SD-Karten- & Ladeslot) entfernt. Das Teil hat mich imme wieder genervt. Neben diesen offentsichtlichen Änderungen, gibt es natürlich auch Änderungen beim Display, die auch schön sind - aber ehrlich: Soll ich dafür den TolinoVision kaufen - der zudem 129 EUR kostet und das obwohl mein TolinoShine noch gar nicht so alt geschweige defekt ist? Mein Gehirn sagt eindeutig NEIN, aber mein Buchherz sagt JA. Wieso gibt es bei eReadern eigentlich keine Abwrackprämie? Ich wäre sofort dabei. Klar, könnte ich den TolinoVision einfach kaufen und den TolinoShine verkaufen - aber vielleicht will den ja gar keiner haben?

Wie steht ihr zum Generationsthema? Behaltet ihr euren eReader bis er wortwörtlich in Einzelteilen auseinander fällt oder gehört ihr zu denen die sofort den neuen eReader haben müssen?

3. eBook vs. Printausgabe
Nachdem ich meinen eReader (fast) täglich in Benutzung habe, muss ich sagen, dass ich kaum noch Printausgaben kaufe. Ich greife fast nur zu Printausgaben, wenn es um Buchreihen geht, die ich bereits in Printausgaben im Regal habe und die Sammlung somit erweitert werden soll. Ich habe nämlich keine Lust dieselbe Reihe auch nochmal als eBook zu kaufen. Auch Lieblingsautoren wie Murakami kaufe ich noch in Printausgaben. Alles andere kaufe ich jedoch als eBook oder leihe es mir - sofern verfügbar - in der Onleihe aus. Einen wirklichen Preisvorteil habe ich dadurch aber nicht spüren können. Ich kaufe genauso viele eBooks wie vorher Bücher und das teilweise zu identischen Preisen. Natürlich gibt es auch mal Schnäppchen, aber die gibts im Buchhandel allgemein für jedes Medium. Ich spreche hier nur für mich: eBooks haben in meinem Haushalt auf jedenfall gewonnen.

Wie ist das bei euch? Printausgabe vs. eBook - wer gewinnt?

Das soll es mit dem heutigen Bericht auch schon gewesen sein. Ich würde mich freuen, wenn vielleicht einige von euch hierzu (den Fragen insbesondere) Kommentare verfassen würden. Eure Gedanken dazu interessieren mich sehr!

Frohe Pfingsten!

Mittwoch, 4. Juni 2014

Ich sehe Dich - Irene Cao

AUTOR Irene Cao GENRE Erotik
ERSCHEINUNGSJAHR 2014 SPRACHE deutsch
SEITEN 352 PREIS 7,99 EUR MEDIUM EPUB
VERLAG Goldmann Verlag 

Inhalt

Die junge Frau Elena Volpe lebt im wunderschönen Venedig und arbeitet unermüdlich an der Restaurierung eines Freskos in einem Palazzo. Zu Beginn ihrer Arbeit ist das Palazzo unbewohnt. Kurz darauf zieht jedoch der attraktive Leonardo ein. Elena fühlt sich zwar in ihrer Arbeit gestört, wenn der heiße Kerl zum plaudern vorbei kommt, fühlt sich aber von ihm angezogen. Schnell werden die Beiden vertrauter und beginnen eine heiße Affäre. Anfangs ist Elena nur an der sexuellen Komponente der Beziehung interessiert, ihr Herz sieht dies jedoch anders. Dummerweise hat Leo klar gemacht, dass er an einer Beziehung nicht interessiert ist.

Meine Meinung 

Das ist mal ein Cover das mir richtig gut gefällt. Die Dame auf dem Bild versucht dich zu verführen und darunter könnte man Venedig sehen. Toll! 

Elena war mir gleich sympathisch. Sie ist jung, hübsch und liebt ihren Beruf. Zudem ist sie das Mädchen von nebenan. Auf diese Weise konnte ich mich gut mit ihr identifizieren und verfolgte gerne ihre Schritte in Venedig. Leonardo dagegen ist etwas verschlossen, geheimnisvoll und äußert attraktiv. Kein Wunder also, dass Elena sofort in seinen Bann gezogen wird. Schade finde ich trotzdem das man so gar nichts über Leo erfährt. Ich hoffe das sich da in Band zwei und drei noch was ergeben wird. Ansonsten harmonieren die beiden Protagonisten miteinander. Die Nebencharaktere sind gut gewählt und abwechslungsreich. Sie bringen nochmal etwas Pfeffer in das Buch und so manche Überraschnung auch.

Die Geschichte an sich ist nicht neu. Junges Ding verliebt sich in älteren, erfahrenen Mann und lässt sich in die Liebe einführen. Er sagt nur Sex, sie will bald mehr - Die Dinge nehmen ihren Lauf. Trotzdem hat mich das Buch mit seiner Atmosphäre und seinem Ambiente überzeugt. Der Schreibstil ist hierbei genau richtig. Ein Roman der erzählt und durch erotische Episoden abgerundet wird. 

Fazit 

Ein Erotikroman der mir gut gefallen hat. Der Schreibstil und Elena´s Leben haben mich sofort in ihren Bann gezogen. Perfekte Lektüre für einen einsamen Abend. *g*

Sonntag, 1. Juni 2014

Lesestatistik Mai

Meine gelesenen Bücher im Mai:


gelesene Seiten
Mai 3,172
Gesamt 15,704
 
SUB
01.05.2014: 35
01.06.2014: 35