Mittwoch, 31. Dezember 2014

Distant Shore Sterne der See - Tanja Bern

  AUTOR Tanja Bern GENRE Novelle 
ERSCHEINUNGSJAHR 2014 SPRACHE deutsch
 SEITEN 60 PREIS (derzeit 99 Cent)
MEDIUM eBook VERLAG Kopfkino Verlag 

Inhalt

Ben und Kristin Evers sind Zwillinge. Schon im Mutterleib waren sie durch ein starkes Band verbunden. Dann kam der Krebs und zerschnitt diese Verbindung. Ben kann den Verlust nicht verwinden und zerbricht fast daran. Während er in Kristins verlassener Wohnung ist um den Haushalt aufzulösen, entdeckt er einen Umschlag mit seinen Namen darauf. Das dieser Umschlag beziehungsweise sein Inhalt Bens Leben nachhaltig beeinflussen wird, weiß er da noch nicht. Kristin, seine geliebte Schwester, schickt ihn auf eine Reise in ihr geliebtes Irland. Dort findet Ben nicht nur neuen Lebensmut sondern auch eine neue Liebe. Doch Hannah sträubt sich, zieht sich zurück, denn auch sie trägt Narben auf ihrer Seele.

Meine Meinung

Das Cover ist so toll. Ich gerate direkt ins Träumen und möchte sofort nach Irland Reisen und die dort beschriebene Landschaft selbst bestaunen. Es passt wirklich hervorragend zu dieser Irland-Novelle.

Das Buch beginnt sehr traurig. Man ist mit Ben bei Kristin. Sie liegt im krankenhaus, abgemagert und ihrer Haare beraubt. Sie weiß das sie sterben wird und versucht Ben den Abschied leichter zu machen. Man spürt sofort das Ben und Kristin zwei Hälften eines Ganzen sind. So unterschiedlich ihre Vorlieben sein mögen, so verbunden sind sie und teil(t)en fast alles. Die Idee Ben nach ihrem (Kristins) Tod nach Irland zu schicken, finde ich wunderbar. Er wandelt dort auf ihren Pfaden und ist auf diese Weise immernoch bei ihr und sie bei ihm. Gleichzeit gibt die Entfernung zum Zuhause die Möglichkeit Abstand zu gewinnen, wirklich zu verstehen und verarbeiten, dass jemand geliebtes nicht zurückkommen wird. Ich konnte mich sehr gut mit Ben identifizieren und verstehen wie er sich fühlte.

Irland und seine Menschen sind bezaubernd dargestellt. Man möchte sie allesamt knuddeln und ein Guinness mit ihnen trinken. Klar, das Ben sich hier sofort wohl fühlt und mit den Menschen ins Gespräch kommt. Dann kommt Hannah ins Spiel. Auf ihrem Apfelschimmel Bríd wirkte sie fast unwirklich, wie eine irische Fee. Natürlich ahnt man, dass Ben und Hannah vielleicht zusammen finden können, aber man spürt auch, dass dies nicht ohne Hinderniss geschieht.

Tanja Bern´s Schreibstil ist flüssig und sehr gut lesbar. Ihre Beschreibungen der Menschen und Landschaft sind so überzeugend, dass ich mir diese vor meinem inneren Auge sehr gut vorstellen konnte. Und obwohl es eine Kurgeschichte ist - von denen ich bekannterweise eher kein Fan bin - hat mir diese außerordentlich gut gefallen. Ich hatte nicht das Gefühl mitten in der Geschichte alleine gelassen zu werden - irgendwie unfertig. Ein großer Pluspunkt in meinen Augen. Die Liebe zum Detail ist in jeder Zeile spürbar, daher spreche ich gerne eine Leseempfehlung aus - nicht nur für Irlandfans.

Vielen Dank, liebe Tanja für dieses Rezensionsexemplar! 

Aktualisierung
Ich freue mich berichten zu dürfen, dass Tanja aus dieser Novelle eine Trilogie machen durfte!

Lesestatistik Dezember

Meine gelesenen - bzw. gehörten - Bücher im Dezember
 

gelesene Seiten 
Dezember 2368
Gesamt 31,876


SUB (Printausgaben)
01.12.2014: 47
01.01.2015: 47

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Das Puppenkind - Eva Maaser

 AUTOR Eva Maaser GENRE Krimi
ERSCHEINUNGSJAHR 2014 SPRACHE deutsch
 SEITEN 375 PREIS 0,00 EUR
MEDIUM eBook VERLAG dotbooks

Inhalt

Schauplatz dieser Geschichte ist ein Ort im münsteraner Umland in NRW. Vor einem Kaufhaus wird ein Kinderwagen mit einem Baby entdeckt. Schnell stellt sich heraus das dieses Baby, dass wie eine Puppe zurecht gemacht worden ist, eine Leiche ist. Schnell werden die Ermittlungen zu diesem Fall begonnen und noch schneller treten diverse Tatverdächtige in den Fokus des Lesers. Nicht lange darauf wird ein Säugling vermisst. Der Verdacht liegt nahe das es derselbe Täter wie vom Puppenkind ist. Karl Rohleff setzt alles daran das Kind zu finden. Mit jeder Stunde kommt das vermisste Baby dem Tod näher, denn wer auch immer das Baby hat, weiß nicht um dessen Gesundheitsproblem. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
 
Meine Meinung
 
Mit dem Ermittler und Hauptprotagonist Karl Rohleff bin ich leider nicht warm geworden. Er hat seine positiven und negativen Eigenschaften, die man jedem Menschen zugesteht aber er konnte mich nicht überzeugen. Entweder er jammerte über das Älterwerden mit einer jungen und attraktiven Frau neben sich oder er hatte Streit mit seiner Frau, weil diese ihre biologische Uhr ticken hört. Daran ist Mann in diesem Fall mit schuldig, weil er seine Frau anscheinend schon Jahre vertröstet und den Nachwuchs nach hinten verschiebt. Klar, das Frau da böse wird und das an ihrem Mann auslässt. Ich kann seine Frau eher verstehen als ihn. Und gerade weil er sie so hängen lässt, ist er mir unsympathisch. Wenn er schon privat jemand ist der sich gerne drückt wie soll er da vernünftige Ermittlungsarbeiten durchführen. Überhaupt ist mir keiner der Protagonisten sympathisch. Das passiert mir äußert selten. Aufgrund dessen hat mir dann das Interesse an den Menschen und ihren Probleme gefehlt.

Die Ermittlungen selbst verlaufen in verschiedene Richtungen aber so wirklich folgen konnte ich diesen nicht. Die Autorin versucht mit Details zu punkten was anfangs sehr gut funktionert. Zum Ende hin ging es mir aber zu schnell und die ein oder andere Frage blieb offen. Der Schreibstil selbst ist flüssig und gut lesbar. Aber mir fehlte einfach ein wirklicher Spannungsbogen. Ich wurde von der Geschichte einfach nicht gefangen genommen. Es war mir zum Ende fast egal, ob der Mörder gefasst wird oder nicht.
 
Das Cover wiederum gefällt mir und ist passend zum Inhalt des Romans gewählt.

Fazit

Nichts für eingeschfleischte Krimifans. Kauft euch lieber einen anderen Kriminalroman.