Dienstag, 16. Juni 2015

Der Kommandant und das Mädchen - Pam Jenoff

AUTOR Pam Jenoff GENRE Historisch
ERSCHEINUNGSJAHR DEZ 2012 SPRACHE deutsch
 SEITEN 416 PREIS 8,49 EUR 
MEDIUM eBook VERLAG Mira Taschenbuch

Inhalt

Emma Bau ist verheiratet, lebt in Krakau und ist glücklich. Emma Bau ist Jüdin. Es ist das Jahr 1941. Als Emma´s Eltern ins Krakauer Ghetto umgesiedelt werden und ihr Mann Jakub im Widerstand untergetaucht ist, flieht Emma zu ihrer Tante aufs Land und wird zur Katholikin Anna. Während eines Dinners lernt Anna den Wehrmachtsoffizier Georg Richwalder kennen. Dieser hat eine Schwäche für Anna und bietet ihr eine Stelle als seine erste Sekretärin an. Da Anna dem Widerstand und damit Jakub helfen möchte, nimmt sie die Stelle an. Sie beginnt Richwalder zu bespitzeln und Passagierscheine raus zu schmuggeln. Während ihrer Tätigkeit kommt sie dem Kommandanten ungewollt näher und entwickelt für ihn Gefühle. Wie kann sie sich zum Feind hingezogen fühlen? Was ist mit ihrem Ehemann? Eine Geschichte mit ungewissen Ausgang nimmt ihren Lauf.

Meine Meinung

Ich habe dieses Buch gekauft weil ich ein Fan von Geschichten zu Kriegszeiten - insbesondere der 2. Weltkrieg  - bin. Ich ergötze mich keinesfalls an dem Leid der Geschichte. Das Gegenteil ist der Fall. Ich denke das wir aus diesen Geschichten die auch unsere Geschichte sind, lernen können. Es hilft das Vergessen zu verhindern. Nun aber zur Rezension.

Pam Jenoff ist eine für mich neue Autorin von der ich jetzt schon weiss das ich sie mir merken möchte. Sie hat einen flüssigen und gut lesbaren Schreibstil mit ein paar kleinen Mängeln. Frau Jenoff neigt leider dazu einige Ausdrucksformen immer wieder zu nutzen. Wobei nicht klar ist ob im englischen wirklich immer dasselbe geschrieben worden ist oder es eine Sache des Übersetzers gewesen ist. Mich störte es schon zum vierten Mal "ich ermahne mich..." lesen zu müssen. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

Wir erleben den anfangs noch normalen Alltag mit Emma/Anna. Es ist ein schleichender Prozess in Krakau. Nach und nach zieht die Besatzung Folgen nach sich. Nicht nur für die Juden sondern für alle Polen. Spannend fand ich hier auch einen Einblick in die Gedanken vom Kommandanten Richwalder zu bekommen. Seinen Zwiespalt der Wehrmacht zu dienen und gleichzeitig das Leid das er damit über die Menschen bringt. Im Vordergrund steht natürlich Anna. Man folgt ihr, sieht ihre Last, ihr Leid und ihre widersprüchlichen Gefühle. Die beiden Hauptprotagnisten sowie Krysia (Anna ihre Tante) sind Charaktere mit Tiefgang in einer sehr schweren Zeit. 

Der Roman wirkte auf mich authentisch auch wenn er fiktiv ist. Es ist nicht einfach nur eine schnöde Liebesgeschichte sondern ein Roman mit Tiefgang und fesselnden Geschehnissen. Für mich gab es nur ein großes Manko. Das Ende. Ohne zu viel zu verraten: Man muss offene Enden mögen. Ich gehöre nicht dazu. Mich macht es wahnsinnig nicht zu wissen wie es nun weiter gegangen ist. Zudem scheint es keine Fortsetzung zu geben. Wer damit kein Problem hat, darf gerne zugreifen.

Fazit

Ein ergreifender Roman zur Zeit des zweiten Weltkrieges. Fesselnd, mitreißend und spannend wird diese Geschichte erzählt. Lesen!

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