Montag, 7. Dezember 2015

Mister Aufziehvogel - Haruki Murakami

AUTOR Haruki Murakami GENRE Belletristik
ERSCHEINUNGSJAHR SEP 2007 SPRACHE deutsch
 SEITEN 766 PREIS 12,99 EUR
MEDIUM Print VERLAG btb Verlag

Inhalt

Toru Okada ist dreißig Jahre alt als er sich entschließt seinen sicheren Arbeitsplatz in einer Kanzlei aufzugeben. In seiner neu gewonnenen Freizeit macht er sich auf die Suche nach dem Verlorenen Kater, den seine Frau Kumiko schmerzlich vermisst. Inmitten dieser Suche gerät Toru in eine Art tokioter Traumwelt und hat mit Intrigen, Verrat und Lustbarkeit zu tun. Viele neue Menschen kreuzen seinen Weg. Wohin ihn dieser Weg führen wird ist unklar, aber Toru weiß, das er diesen Weg beschreiten muss.

Meine Meinung

Wie immer - bei Murakami - ist es schwer eine Inhaltsangabe zu machen und dabei möglichst nicht zu viel zu verraten. Wie schon andere Romane des Autors scheint es eine Art Welt neben der Welt zu geben und genau das fasziniert mich immer wieder aufs Neue.

Toru Okada ist ein recht durchschnittlicher Typ. Er ist arbeitslos und scheint ein wenig auf der Suche. Anfangs weiß weder der Leser noch er selbst wonach er eigentlich sucht. Seine Frau Kumiko findet es in Ordnung das er derzeit daheim ist, sie verdient gut und er soll schauen wie er sich seine weitere berufliche Zukunft vorstellt.

Eigentlich könnte Toru also ein ruhiges, entspanntes Leben haben. Tja, eigentlich...Denn das hat er nicht. Merkwürdige Frauen - Malta und Kreta - treten in sein Leben und erzählen ihm zum Teil grausige Geschichten. Ein alter Mann schreibt ihm Briefe über seine Zeit im Krieg, die teils wirklich brutal sind. Ich denke, das Leser die detailiertes Kriegsgeschehen, das teils sehr brutal dargestellt ist, nicht mögen, lieber ein anderes Buch von Murakami lesen. 

Der Erzählstil erscheint teilweise etwas konfus und doch wieder schlicht in den Worten. Natürlich kennt man das vom Autoren, sofern man schon andere Bücher gelesen hat. Ich vermute aber zudem das hier einfach der Stil der Übersetzung aus der Feder von Ursula Gräfe fehlt. Es macht in meinen Augen einen großen Unterschied ob vom Original (japanisch) ins Deutsche übersetzt worden ist oder vom Original erst ins Englische und dann ins Deutsche - was hier der Fall ist. Das Buch ist surreal und hat eine Tendenz zum Thriller, wodurch es gut lesbar wurde. Mir hat das Buch gut gefallen, insbesondere der wechselnde Schreibstil. Es ist irgendwie wie ein Märchen - aber definitiv für Erwachsene.

Fazit

Ein schwerer Murakami der meines Erachtens nicht als erstes Buch von ihm gelesen werden sollte, da es dem Leser einiges abverlangt - noch mehr als in 1Q84. Lesenswert ja, aber mit der entsprechenden Konzentration. Kein Roman für "Kopf abschaltende Abende".   

Kommentare:

  1. Wie viele Murakamis hast du denn bis jetzt gelesen? Mein erster war "Kafka am Strand", danach folgte "Naokos Lächeln". Jetzt habe ich länger nichts von ihm gelesen, zwei weitere habe ich aber noch auf dem SuB :)
    LG, Cara

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    1. Hallo Cara!

      Ich habe bisher tatsächlich 11 Bücher von Murakami gelesen und vier warten auf dem SuB darauf auch endlich gelesen zu werden.

      Kafka am Strand war auch mein erstes Buch von ihm und Naokos Lächeln mochte ich auch sehr. Ich mag eigentlich alle bisherigen Bücher von ihm. Lediglich seine Kurzgeschichten sagen mir nicht so zu.

      Lg Jana

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