Donnerstag, 7. Januar 2016

Der Ruf des Kuckucks - Robert Galbraith

AUTOR Robert Galbraith GENRE Krimi
ERSCHEINUNGSJAHR NOV 2013 SPRACHE deutsch
 SEITEN 640 PREIS 22,99 EUR (geb. Ausgabe)
MEDIUM Print VERLAG Blanvalet Verlag 

Inhalt

Das berühmte Model Lula Landry ist von ihrem Balkon auf den kalten Londoner Asphalt gestürtzt. Die ermittelnden Beamten kommen zu dem Schluss, dass es sich um einen Selbstmord handelt. Doch Lulas Bruder hat Zweifel an dieser Theorie und engagiert den Privatdetektiv Cormoran Strike um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Strike, der nach dem Krieg in Afghanistan körperlich und seelisch verwundet ist, dringt in die Welt der Schönen und Reichen ein und gerät dabei selbst in höchste Gefahr.

Meine Meinung

Hinter dem Pseudonym Robert Galbraith verbirgt sich niemand geringeres als die Harry Potter-Mama J. K. Rowling. Nachdem mir schon ihr erster Roman fernab des Potter-Imperiums Ein Plötzlicher Todesfall sehr gut gefallen hatte, musste ich auch den Krimi anlesen und wurde nicht enttäuscht.

Ich finde den großen, bärig-anmutenden Cormoran Strike sehr gelungen. Er ist ein Mann mit Ecken und Kanten, mit guten und schlechten Eigenschaften. Ein Mann der ein Auge für Menschen und Details hat. Er ist ein Mann mit Prinzipien und Stolz. Ich mochte ihn sofort und verfolgte ihn gerne bei seiner detektivischen Arbeit. Hier geht es weniger um blutige oder gewaltätige Eskapaden sondern vielmehr um die wirkliche Detektivarbeit: Zeugen, Freunde und Familie befragen, Zeitpläne erstellen und prüfen etc. Gerade diesen Aspekt fand ich sehr gut und spannend zu lesen. Da ging es nicht um Effekthascherei, was ich großartig fand - Ich habe halt eine Schwäche für klassisch-anmutende Kriminalromane ala Sherlock Holmes oder Mrs. Marple. Zudem ist Strike selbst ein sehr spannender, facettenreicher Charakter dem es nicht an Tiefgang fehlt.

Auch die Nebencharaktere können Tiefgang, Emotionen und Individualismus bieten. Jedoch sind es gerade zu Beginn doch einige Personen die man sich merken muss. Aber gerade diese Vielzahl erhöht natürlich das Spannungsmoment. Auch der Schauplatz ist ein Traum: London! Ich habe die Beschreibungen dieser aufregenden Stadt geliebt. Alles war sehr detailreich und erschien mir authentisch. Da habe ich Strike gerne begleitet wenn er bspw. zu Befragungen unterwegs war. Der Schreibstil ist also wunderbar - was die Autorin ja schon bei Harry Potter bewiesen hat.

Davon abgesehen hat mich das Ende im Vergleich zum Buch etwas irritiert. Das Buch hat 640 Seiten und das Ende ist irgendwie so "zack, du warst es". Es ist ein gutes und logisches Ende aber im Gesamtbild passt es irgendwie nicht. Ich finde man hätte das Buch gut um zirka 150 - 200 kürzen können und hätte einen Krimiroman gehabt der noch einen kleinen Hauch flotter gewesen wäre.

Fazit

Ein gelungener Roman, mit einem sehr spannenden Hauptprotagonisten, der wirklich zu überzeugen weiß aber ein paar minimale Längen hat. Trotzdem eine klare Leseempfehlung für Fans der klassischen Kriminalromane mit echter Ermittlerarbeit.

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